Bad Vilbel: „Mit fünf Bussen hintereinander durch eine Stadt wie York zu fahren, das ist sowohl Erlebnis als auch Herausforderung" resümiert Andreas Cleve den letzten Tag der diesjährigen Jugendmitarbeiterfahrt der jungen kirchlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter nach England. Tatsächlich war die Gruppe mit 42 Teilnehmenden größer als je zuvor. Begegnungen mit Menschen und Zeit für sich als Gruppe, das sind die Ziele der einwöchigen Fahrten, die seit mehreren Jahren in der letzten Sommerferienwoche an unterschiedlichen Zielen stattfinden.
Im August 2010 ging es vor allem nach Glossop in den High-Peak-District. Die Stadt ist Partnerstadt von Bad Vilbel und der District ist verschwistert mit dem Wetteraukreis. Durch die Zuschüsse der jeweiligen Partnerschaftsvereine wurde die Fahrt trotz der teuren Fährverbindung möglich. Kontakte knüpfte vor allem der Vater des Dortelweiler Jugendmitarbeiters und Kirchenvorstehers Manfred Cleve, der als Ehrenvorsitzender des Bad Vilbeler Partnerschaftsvereins viele Kontakte in die englische Kleinstadt nahe Manchester hat.
Dank dessen wurde das Übernachtungsquartier gefunden: Ein Pfadfinderhaus mit Halle und Nebenräumen am Rande von Glossop. Als die politisch Verantwortlichen aus Stadt und District zum Barbeque kamen, staunten sie beim Blick in das Scout Centre nicht schlecht: Der gesamte Boden war ausgelegt mit Isomatten und Schlafsäcken. „Essen konnten wir trotz englischer Regenschauer zum Glück immer im Freien, sonst hätten wir wirklich Platzprobleme bekommen" berichtet Andreas Cleve.
Ein geführter Stadtrundgang in Glossop, Besuche in Manchester und in Liverpool oder in Coventry standen ebenso auf dem Programm wie ein Ausflug in die wunderschöne Natur des High Peak-Districts, der der erste englische Nationalpark ist. „Im Mittelpunkt aber steht vor allem die Begegnung untereinander. Alle Teilnehmer der Fahrt sind Jugendmitarbeiterinnen und Jugendmitarbeiter, die sich vor allem in den Kirchengemeinden Dortelweil und Christuskirche engagieren. Wenn einer viel für andere gibt, dann tut es ihm gut, auch einen eigenen Kreis für sich selbst zu haben" benennt Pfarrer Klaus Neumeier das Hauptziel der Reise.
Er leitet die übergemeindliche Jugendmitarbeitergruppe seit 15 Jahren, sie ist sowohl dem Evangelischen Jugendwerk Vilbel-Karben angeschlossen als auch dem Ev. Dekanat Wetterau. Beide unterstützen wie auch die Kirchengemeinden die Mitarbeiterfahrt ebenfalls und würdigen damit vor allen Dingen den großen Einsatz der Jugendmitarbeiter/innen. So wurden von den Teilnehmern der Glossopfahrt in den zwei vorhergehenden Wochen drei Freizeiten für Kinder und Jugendliche geleitet. Klaus Neumeier: „Als Kirchengemeinden sind wir sehr dankbar für diese jungen Menschen und für das, was sie für andere möglich machen. Dass dadurch rund 100 Kinder und Jugendliche in diesem Sommer auf drei lange Freizeiten fahren konnten, ist alles andere als selbstverständlich."
An den beiden Randtagen der Englandfahrt wurden alte Kirchenkontakte gepflegt und gestärkt: Gleich nach der Ankunft der Fähre in Hull fuhr die Minibuskolonne in die Gemeinde „St. Michaels and All Angels" und hatte mit den englischen Christen gemeinsam Gottesdienst und Mittagessen. Bereits zum vierten Mal war die Jugendmitarbeitergruppe für länger oder kurz zu Gast in dieser Gemeinde gewesen, zu der seit 1997 durch den Bruder von Pfarrer Klaus Neumeier Kontakt besteht. Darauf basiert auch die Verbindung zur großen gotischen Kathedrale in York, die in der anglikanischen Kirchengemeinschaft gleich nach Canterbury den zweiten Rang innehat.
Dort gab es am Abfahrtstag eine intensive Minster-Zeit mit Rundgang, Turmbesteigung, Teilnahme am typisch englischen Evensong, Besuch der umfangreichen Foundations unter der Kirche sowie einem eigenen kleinen Gottesdienst in einer Kapelle der großen Kathedrale. Und dann ging es wieder in geordneter Buskolonne zurück zur Fähre, die über Nacht von Hull nach Rotterdam fährt und eine besondere Abschlussnacht an Bord möglich macht. Lutz Rosenkranz
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| Evangelische Christuskirchengemeinde |
19.08.2010
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