Modern und lebendig
Bad Homburg: Modern und lebendig, auch wenn es sich mit längst vergangenen Zeiten befasst, präsentiert sich das Museum im Gotischen Haus. Es widmet sich zum einen der beachtenswerten Geschichte Bad Homburgs und beherbergt zum anderen eine einzigartige Sammlung zur Geschichte der Kopfbedeckungen.
Die Bestände des Museums sind so umfangreich, dass nur ein Teil in den ständigen Ausstellungen gezeigt werden kann. Kein Wunder: Seit nahezu hundert Jahren werden Exponate gesammelt! Eröffnet wurde das seinerzeit so genannte „Städtische Historische Museum" am 19. August 1916 in der Englischen Kirche. Auf den Tag genau, am 19. August 2011, wird das Museum im Gotischen Haus den 95. Geburtstag gebührend feiern.
Aus diesem Anlass wurde das viel besuchte Museumscafé neu gestaltet. Dort empfängt den Besucher jetzt schon die erste Ausstellungseinheit. Sie berichtet über die Ritter-von-Marx-Brücke, die Anfang des 20. Jahrhunderts als einer der ersten „Fly-Over" über die Altstadt gebaut wurde, um dem damals immer stärker werdenden Automobilverkehr eine bessere Zufahrt zur Louisenstraße in der Neustadt zu ermöglichen. Auch das 1904 gefertigte Modell der Altstadt ist nun im Café zu sehen.
Der Brückenschlag über die Altstadt ist das Thema des Vortrages von Museumsmitarbeiterin Frauke Quurck, mit dem das Café am 19. August um 14 Uhr wiedereröffnet und der Geburtstag gefeiert wird. Die ersten 30 Besucher erhalten eine Tasse Kaffee und ein Stück Kuchen geschenkt. Zudem gewinnen die Gäste, die an diesem Tag Geburtstag haben, für sich und ihre Freunde eine kostenlose Museumsführung zu einem Termin ihrer Wahl.
Die thematisch gegliederte Ausstellung im Gotischen Haus lässt die Geschichte Bad Homburgs von der Frühzeit bis zum Ersten Weltkrieg lebendig werden. Ein wesentlicher Teil ist dem Aufstieg von der kleinen Residenzstadt der Landgrafen von Hessen-Homburg zum weltbekannten Spielbadeort und fürstlichen Heilbad gewidmet. Ereignisse beim Besuch berühmter Kurgäste oder der kaiserlichen Familie werden anhand von Dokumenten und Exponaten geschildert, ebenso die beiden je zweijährigen Aufenthalte des Dichters Friedrich Hölderlin an der Wende des 18. zum 19. Jahrhunderts. Außerdem kann ein Münzkabinett besichtigt werden, das wertvolle Münzen und Medaillen mit Bezug zu Bad Homburg birgt.
Das so genannte „Hutmuseum" dokumentiert mit etwa 3500 Objekten die Geschichte von Hüten, Hauben und Kappen - gezeigt werden rund 300 Stück. Bei den Herren gaben die Kopfbedeckungen in früheren Zeiten Auskunft über Rang und Würde der Träger, etwa als Standeszeichen von Juristen, Geistlichen oder Militärs. Die Frauen trugen Hauben zunächst als Zeichen ihres Familienstandes, dann aber wechselte ihre Form nach den jeweiligen Moden. Sie wandelten sich von kleinen Gebilden zu wahren „Wagenrädern", um dann mit der zunehmenden Berufstätigkeit von Frauen wieder kleiner zu werden. Im Mittelpunkt des „Hutmuseums" steht natürlich der Homburg-Hut. Er trat seinen Siegeszug um die Welt ab 1882 an, als ihn der „Trendsetter in Sachen Mode" Edward Prince of Wales, der spätere englische König Edward VII., aus bequem-weichem Filz in der Homburger Hutfabrik Möckel hatte fertigen lassen.
Neben der ständigen Ausstellung des Museums greifen regelmäßige Sonderausstellungen verschiedenste kulturhistorische Themen auf. Noch bis zum 28. August werden Zeichnungen des „Eulenspiegel"-Karikaturisten Louis Rauwolf sowie Werke zeitgenössischer Künstler aus Marienbad, der Partnerstadt Bad Homburgs, gezeigt. Zwei Mal wöchentlich werden Führungen durch die Sonderausstellung angeboten: mittwochs um 18 Uhr, sonntags um 15 Uhr. Ende Oktober eröffnet eine Sonderausstellung zum „Internationalen Jahr der Wälder" mit Gemälden und Grafiken zum Thema Wald.
Begründet wurde das Bad Homburger Museum von den Schwestern Elisabeth, Sophie und Luise Balmer, die zwischen 1853 und 1859 geboren wurden. Sie blieben unverheiratet und hatten eine gemeinsame Leidenschaft: Sie sammelten alles, was sie über die Vergangenheit ihrer Heimatstadt Homburg v.d.Höhe in die Hände bekommen konnten. Sie verkauften ihre umfangreiche Sammlung dem Frankfurter Mäzen Lindheimer, der sie seinerseits der Stadt Bad Homburg übereignete. Nach der ersten Ausstellungsstätte in der Englischen Kirche zog das Museum mehrfach um, ehe es 1985 im Gotischen Haus am Tannenwaldweg im Stadtteil Dornholzhausen eine neue Heimat fand.
Öffnungszeiten: Dienstag, Donnerstag, Freitag und Samstag 14.00 bis 17.00 Uhr, Mittwoch 14.00 bis 19.00 Uhr, Sonntag 12.00 bis 18.00 Uhr.
| Link |
|---|
| Museum Bad Homburg |
17.08.2011
|
|
|
Frankfurt: Zur Eröffnung der Doppelausstellung „Jeff Koons. The Painter & The Sculptor" in de ...
Großes China-Kulturfestival an Pfingsten Frankfurt: Zu Pfingsten liegt China am Main. Am südlic ...
Idstein: Der Name „Jazz Pistols" lässt an Punk denken. Doch schief gewickelt! Das international g ...
Oberbürgermeisterin Roth und Michael Quast stellen das Programm von Barock am Main 2012 vor Fra ...
Friedrichsdorf: Am 20. Mai feiert Friedrichsdorf wieder den „Tag des Telefons", ein großes Bürger ...
Lieber Oldtimerfan, liebe(r) IG / Club/ Verein, Wir veranstal ...
Sein Leben, seine Lieder: eine Revue Eine Hommage mit Hans Schwab und Ronka N ...
Das Sommerkonzert 2012 des Landes-Jugend-Sinfonie-Orchesters Hessen Gem ...
Lebenslust & KunstGenuss Oktober 2012 in der "Anhäuser Mühle" DER NA ...