Abschlusskonzert von Geraldine Groenendijk zusammen mit Lutz Neumann in der Ev. Heilig-Geist-Gemeinde
Bad Vilbel: Viele Besucher des Konzerts am Freitagabend befiel Wehmut. Frau Groenendijk verlässt die Heilig-Geist-Gemeinde auf dem Heilsberg nach einjährigem Wirken als Elternzeitvertretung. Zusammen mit Lutz Neumann gab sie in diesem Rahmen ihr letztes Konzert. Die Duette wechselten mit Orgelwerken, die von Groenendijk solistisch vorgetragen wurden.
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Geraldine Groenendijk (Organistin) und Lutz Neumann (Bassposaunist) |
Der Besucher mochte sich fragen: Posaune und Orgel in einem Konzert: Wie passt das zusammen?
Die Frage ist berechtigt, denn es gibt kaum Stücke, die für dieses Duo geschrieben wurden. So war einer der vielen Höhepunkte des Abends auch das 1862 erstmals erwähnte Stück von Franz Liszt: „Hosannah für Posaune und Orgel", das einzige Stück des Abends, das für diese Besetzung komponiert worden war. Ihm liegt ein Choral zugrunde. Das Stück selbst wurde mit unheimlichem Zusammenklang intoniert und ließ den Zuhörer oft zweifeln, ob es sich wirklich um zwei verschiedene Instrumente handelt, da sich der Klang zeitweise so vermischte, dass er zu einem homogenen musikalischen Gebilde wurde.
Begonnen wurde der Abend mit einer viersätzigen Sonate aus dem Barock von Benedetto Marcello. Auch hier verschmolz der Klang der Posaune, sehr weich gespielt, die damals üblichen Triller nicht überbetonend. So konnte Neumann auch mit schnellen und leichtfüßigen Läufen im Allegro in einem Stück überzeugen, das eigentlich für Viola da Gamba geschrieben worden war.
Nicht nur für Bachfreunde spielte Groenendijk "Präludium und Fuge f-moll" von Johann Sebastian Bach. Die fünfstimmige, vielleicht sogar traurig anmutende Fuge, die allein schon durch ihre melodische Spannung und Dichte eindrucksvoll ist, wurde nicht nur durch die hervorragende Darbietung der Interpretin, sondern auch durch die sehr gute Kirchenakustik in ihrer emotionalen Wirkung verstärkt. So brachten die tiefen Basspfeifen der Orgel die Kirchenbänke zum Vibrieren.
Mit Dietrich Buxtehudes „Passacaglia in d" und Telemanns „Sonate f-moll" endet das Konzert. Die „Passacaglia in d" mit 28 Variationen existiert nur in einer Abschrift von Bach, der sogar extra bis nach Lübeck gepilgert sein soll, um Buxtehude zu hören und von ihm zu lernen. Das Stück ist in vier Abschnitten von je sieben Partien aufgeteilt. Dazu gibt es verschiedene Deutungen. Möglicherweise ist es die Darstellung des Beginns der Schöpfung der Welt. Eine Theorie vermutet dahinter die 28 Tage des Mondmonats mit seinen vier Phasen. Die Bässe, die aus sieben Tönen bestehen, könnten die Woche darstellen. Wie auch immer, es scheint sich hier um ein musikalisch-mathematisches Programm zu handeln.
Georg Philipp Telemann, der lange Zeit als platter Vielschreiber galt, ist mittlerweile als Komponist anerkannt. Es heißt sogar J.S. Bach hätte von ihm abgeschrieben. Seine viersätzige Sonate in f-moll enthält schwierige und schnelle Sequenzen im Allegro, das Neumann wiederum gut löste und die Melodie führte. Auch das Vivace klang leichtfüßig und wirkte zu keiner Zeit angestrengt. Die Homogenität von Orgel und Posaune fand ihren Höhepunkt im exakt gleichen Verklingen des Schlussakkords.
Folgerichtig verlangte das Heilsberger Publikum zwei Zugaben. Nach „Vielen Dank für die Blumen" gab es stehende Ovationen für die Interpreten.
| Link |
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| Ev. Heilig-Geist-Gemeinde in Bad Vilbel-Heilsberg |
20.09.2011
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