Frankfurt: Zur Jahreswende 2010/2011 erhoben sich die Menschen in Nordafrika. Auch ein Jahr später ist die Lage vielerorts noch immer im Wandel begriffen. Das 18. Africa Alive Festivals vom 1. bis 9. Februar legt jetzt den Schwerpunkt auf diese Länder und ihre Geschichte des Widerstands. Ein besonderes Augenmerk gilt Ägypten, Tunesien und Algerien, dessen Unabhängigkeit sich vergangenen Juli zum 50. Mal jährte. Außerdem sind wieder neue afrikanische Produktionen zu sehen, die 2011 auf dem panafrikanischen Festival FESPACO vorgestellt wurden.
Die Regisseurinnen von „Mamnou" (2011 Ägypten/Spanien, Freitag, 3. Februar) und Laїcité Inch'Allah (2011 Tunesien/Frankreich, Samstag, 4. Februar, beide um 18 Uhr, beide im Filmmuseum) begannen ihre Arbeiten jeweils schon vor dem Arabischen Frühling. Ihre Bilder erzählen aber sehr genau und erklären so, warum es überhaupt zu den Aufständen kam. Beide haben heute noch Probleme, die Filme in ihren Heimatländern vorzuführen.
Mit Irit Neidhardt untersucht eine Expertin für nahöstliches Kino Irit Neidhardt in einem Vortrag am Sonntag, 5. Februar, wie sich die politischen Veränderungen in den Jahren vor der Revolution in der Filmproduktion spiegelten und wie die unabhängigen Produktionen auf den Wandel in der Gesellschaft reagiert haben. Beginn ist um 16:30 Uhr im Filmmuseum.
Das Festival setzt dann auch in der Zeit des Befreiungskampfes (1954-1962) einen Schwerpunkt: Auf dem Programm stehen Klassiker wie „La battaglia die Algeri" (1966, Samstag, 4. Februar, 18:30 Uhr im Filmforum Höchst) oder „Octobre à Paris" (1962, Freitag, 3. Februar, 18:30 Uhr, Filmforum Höchst). Drei weitere Filme greifen die blutig niedergeschlagenen Proteste vom 17. Oktober 1961 in Paris auf, bei denen hunderte Menschen zu Tode gekommen waren. Texte von Frantz Fanon werden dann am Donnerstag, 9. Februar, in der Zentralbibliothek der Stadtbücherei, Hasengasse 4, vorgelesen. Beginn ist um 19 Uhr.
Veranstalter von Africa Alive sind unter anderen das Deutsche Filminstitut und das Filmforum Höchst der VHS Frankfurt. Das Festival wird zudem unter anderen von Kulturamt und dem Amt für multikulturelle Angelegenheiten (AmkA) finanziell unterstützt.
Weiterehttp://www.africa-alive.de Informationen auch im Internet unter www.africa-alive.de.
01.02.2012
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