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Ausstellung: „Romantik in Homburg - Elizas Gartenreich und das Gotische Haus"

Bad Homburg: Zwischen 1770 und 1840 entstand in Homburg vor der Höhe die Landgräfliche Gartenlandschaft, ein Ensemble, das in dieser Form einzigartig ist in Deutschland. Die landgräflichen Gärten sind das Thema der neuen Sonderausstellung „Romantik in Homburg - Elizas Gartenreich und das Gotische Haus", die vom 12. August bis 28. Oktober im Museum im Gotischen Haus gezeigt wird.

Mit ihr beteiligt sich Bad Homburg an dem aktuellen Thema des Kulturfonds Frankfurt RheinMain „Impuls Romantik". Zeitgleich, vom 12. August bis 14. Oktober, präsentiert das Museum außerdem die Wanderausstellung „Heinrich Siesmayer, Gartenkünstler der Gründerzeit".

Schöpfer der Homburger Gartenlandschaft waren Landgraf Friedrich V. Ludwig und seine Frau Caroline sowie ihre Söhne und Schwiegertöchter, insbesondere Elizabeth von Großbritannien, die Gattin Friedrich VI. Joseph. Ausgehend von den Interessen der Landgräfin Eliza, die Sammlerin, Künstlerin und Gartengestalterin war, ist die Ausstellung aus eigenen Beständen des Museums im Gotischen Haus zusammengestellt. Dessen Lage im Landschaftspark und seine Architektur, eine Erinnerung an den Tudor-Stil ihrer Heimat, waren ebenfalls von Eliza (mit)konzipiert worden.

Die Geschichte der Gartenlandschaft wird ebenso skizziert wie ihre Beschreibung in der lokalen Literatur. Künstler hielten eine Vielzahl von romantischen Motiven etwa aus dem Schlosspark, dem Englischen Garten oder dem Kleinen Tannenwald fest. Die Bleistift- und Tuschzeichnungen, Aquarelle und Stiche sind Bestandteil der grafischen Sammlung des Museums. Im Abschnitt „Erinnerungskultur" wird anhand von Grafiken die in der Romantik herrschende Begeisterung für die Antike und das Mittelalter thematisiert.

Außerdem wird Landgräfin Eliza als Künstlerin vorgestellt. Sie schuf Zeichnungen zu klassischen Themen und idyllischen Motiven in einem damals neuen Verfahren, der Umrisslinie. In ihrem Werk finden sich u.a. Randzeichnungen zu einer Abschrift des Gebetbuches von Elizabeth I. - eine Referenz an das Mittelalter. In dieser Tradition stehen auch ihre Sepiazeichnungen und ihre bevorzugte Technik des Silhouettenschneidens. Diese Fertigkeiten kulminierten in dem Zyklus „Power and Progress of Genius", den das Museum im Gotischen Haus ebenfalls besitzt.

Der Kulturfonds Frankfurt RheinMain unterstützte die wissenschaftliche Erarbeitung des Themas finanziell. Das Ergebnis floss in den 70 Seiten starken und rund 50 Abbildungen umfassenden Ausstellungskatalog ein, der große Teile der Romantik-Sammlung des Museums vorstellt. Zudem wird auf dieser Grundlage das „Romantik-Zimmer" neu präsentiert.

Am Mittwoch, 19. September, hält Dr. Matthias Setzer, Leiter des Fachbereichs Kultur und Bildung der Stadt Bad Homburg, um 19 Uhr am gleichen Ort den Vortrag „Vom Wesen der Romantik". Eintritt frei.

Heinrich Siesmayer und seine Gärten
Heinrich Siesmayer (1817-1900) schuf den Frankfurter Palmengarten, etwa 500 größere Parks und Privatgärten sowie in Bad Homburg den Jubiläumspark. Den Kurpark ergänzte er nach den Ideen und Plänen von dessen Schöpfer Peter Joseph Lenné in vielen Teilen. Dem bedeutendsten Gartenkünstler des 19. Jahrhunderts in Hessen ist die Wanderausstellung der KulturRegion FrankfurtRheinMain gGmbH gewidmet. Sie spürt auf rund 40 Tafeln dem Leben und Werk Heinrich Siesmayers nach. Einige Tafeln sind speziell für die Bad Homburger Ausstellung gemacht worden.

Der Gartenkünstler, der in der Schlossstraße in Frankfurt-Bockenheim seine Gartenbaufirma „Gebr. Siesmayer gründete und betrieb, entstammte kleinsten Verhältnissen. Er entwickelte sich zu einem viel beachteten Gartenarchitekten, der auch Anerkennung bei den Autoritäten der Gartenkunst seiner Zeit, wie Fürst Pückler-Muskau, Eduard Petzold u.a. fand.

Die Familie Rothschild, Fürst Metternich und zahlreiche Frankfurter Patrizierfamilien, Bankiers und Kaufleute gaben bei Siesmayer Parkanlagen in Auftrag. Neben einem Überblick über die bis nach Russland verzweigte Gärtnerfamilie wird in der Ausstellung auch Philipp Siesmayer, Heinrichs ebenbürtiger Sohn vorgestellt, der ebenfalls Gartenkünstler war.

Kuratiert wurde die Ausstellung von der Siesmayer-Expertin Dipl. Ing. Barbara Vogt. Sie hält am Sonntag, 19. August, um 15 Uhr im Gotischen Haus den Vortrag „Siesmayers Gärten" (Eintritt frei). So lautet auch der Titel ihres im Societäts-Verlag erschienenen Buches, das gleichzeitig Begleitbuch zur Ausstellung ist.

Beide Ausstellungen, die den Gärten und ihrer künstlerischen Inspiration gewidmet sind, bekommen auch eine „musikalische Eröffnung" : Am 26. August, um 18 Uhr spielt die Pianistin Sherri Jones im Gartensaal des Gotischen Hauses. Ihr Konzertthema „Im Garten" stellt Meisterwerke von Beethoven, Debussy, Schumann und Grieg sowie Raritäten von Reynaldo Hahn, John Ireland und Erik Satie, die mit klanglicher Poesie und Raffinesse die Atmosphäre von Gärten widerspiegeln. Eintritt 8,00 Euro.

 

Ausstellungen
Museum im Gotischen Haus, Tannenwaldweg 106, 61350 Bad Homburg
12. August bis 28. Oktober
Romantik in Homburg - Elizas Gartenreich und das Gotische Haus sowie
12. August bis 14. Oktober'
Heinrich Siesmayer, Gartenkünstler der Gründerzeit

Öffnungszeiten:
Dienstag bis Samstag 14:00 bis 17:00 Uhr
Sonntag und Feiertag 10:00 bis 18:00 Uhr
Führungen sonntags um 15 Uhr und nach Vereinbarung (5,00 Euro)
Eintritt: 2,00 Euro Erwachsene (ermäßigt 1,00 Euro), Kinder bis 14 Jahre sind frei

17.08.2012

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