Sonderausstellung im Gotischen Haus
Bad Homburg: Glanz und Gloria herrschten in der Kaiserzeit, zugleich Armut und Krieg. Viel berichtet wird über historische Ereignisse, aber Geschichte ist Geschichte von Menschen. Auch von kleinen Menschen.
Wie lebten Kinder damals, wie wurden sie erzogen, welche Freuden und Ängste hatten sie? Diesen Fragen geht die neue Sonderausstellung im Bad Homburger Museum im Gotischen Haus nach. „Schule aus - der Kaiser kommt! Kindheit und Jugend in Homburg 1871-1918" zeigt vom 5. Oktober bis 30. Januar eine Fülle von authentischen Exponaten. Die Ausstellung beleuchtet ein Stück lokaler Geschichte, ist aber zugleich beispielhaft für einen Teil des Lebens im wilhelminischen Deutschland.
In mehreren Stationen führt die Schau durch das Kinderleben von der Babyzeit über die Schuljahre bis zum Erwachsenwerden. Neben Bildern und Dokumenten werden beispielsweise ein Ausgehwagen mit hohen Eisenrädern, Puppenstuben und Spielhäuser gezeigt, steife, einengende Kleidung, eine Schultafel und eine Lederpeitsche, weil zu dieser Zeit die Einstellung herrschte: „Die Rute macht aus bösen Kindern gute."
Einfach war die Kindheit in der Kaiserzeit nicht, auch nicht in den wohlhabenden bürgerlichen Familien, in denen der Nachwuchs stark reglementiert und auf das Erwachsenendasein vorbereitet wurde. Die Mädchen auf ein Leben als künftige Mutter und Hausfrau, die Jungen auf das des Familienernährers oder des Soldaten. Vielleicht hatten es die ärmeren Kinder besser, die viel freier auf Straßen, Wiesen und an Bächen spielen durften?
Die Ausstellung durchmisst gleichzeitig die Zeitspanne von den 1870er Jahren bis zum Ersten Weltkrieg. Sie war Jahr für Jahr im sommerlichen Homburg geprägt durch die Heerscharen von illustren Kurgästen und den Besuchen der kaiserlichen Familie, die das Landgrafenschloss zu einer ihrer Sommerresidenzen erwählt hatte. Wenn der Kaiser eintraf, hatten die Kinder schulfrei und jubelten zu seinem Empfang.
„Schule aus - der Kaiser kommt" ist die Abschiedsvorstellung von Dr. Roswitha Mattausch. Nach 25 Jahren und etlichen Ideen sprühenden Sonderausstellungen geht die Museumsleiterin im kommenden Jahr in den Ruhestand. Sie realisierte diese Ausstellung, konzipiert wurde sie von Astrid Wegner, die dafür monatelang recherchierte. Einen Gutteil der Exponate stellten Bad Homburger Bürger als Leihgaben zur Verfügung.
Für Kinder gibt es ein Begleitheft, mit dem sie in der Ausstellung auf Entdeckungsreise gehen können. Auch ein Spiel-, Lese- und Bastelzimmer steht ihnen zur Verfügung. Außerdem wird ein Begleitprogramm angeboten. Ab 7. November finden jeden Sonntag um 15 Uhr Familienführungen statt, für die Anmeldungen nicht erforderlich sind. Schulklassen werden mittwochs, donnerstags und freitags an den Vormittagen geführt und sollten die Termine unter Tel. 06172/37618 absprechen.
Anmeldungen sind auch für die Bastelnachmittage für Kinder ab sechs Jahre samstags von 14 bis 17 Uhr nötig. Am 23. Oktober heißt das Thema „Waldschätze", am 20. November „Noch mehr Waldschätze", am 11. Dezember „Weihnachtssterne" (ab acht Jahre) und am 15. Januar „Masken".
| Link |
|---|
| Gotisches Haus Bad Homburg |
07.10.2010
|
|
|
Gemälde von Max Kaminski in der Englischen Kirche und der Galerie Scheffel Bad Homburg: Express ...
Frankfurt: Rund 517.000 Besucher aus dem gesamten Bundesgebiet besuchten im Jahr 2010 das Sencken ...
Frankfurter Karikaturenmuseum zeigt Ausstellung über Jean-Marc Reiser Frankfurt: Am 13. April w ...
Sombra y Luz - Schatten und Licht Bad Vilbel: Nach dem im vergangenen Jahr Oktober, das R ...
Frankfurt: Palmengartendirektor Dr. Matthias Jenny hat es bei der Eröffnung der Kamelienschau ang ...
Lieber Oldtimerfan, liebe(r) IG / Club/ Verein, Wir veranstal ...
Sein Leben, seine Lieder: eine Revue Eine Hommage mit Hans Schwab und Ronka N ...
Das Sommerkonzert 2012 des Landes-Jugend-Sinfonie-Orchesters Hessen Gem ...
Lebenslust & KunstGenuss Oktober 2012 in der "Anhäuser Mühle" DER NA ...