Bürger wägen das Für und das Wider ab
Bad Vilbel: Die Bad Vilbeler Sozialdemokraten haben noch keine Entscheidung darüber getroffen, ob sie der Stadt Bad Vilbel eine Bewerbung zur Hessentagsstadt 2015 empfehlen werden. Vielmehr beabsichtigt man, die Bürger in den Entscheidungsprozess einzubinden. So hatten die Genossen bislang eine Bürgersprechstunde und einen Stammtisch zum Thema Hessentag durchgeführt, ohne dabei nennenswerte Resonanz aus der Bevölkerung zu erfahren. Nun wurde zu einem Hessentagfrühstück in den AWO-Treff geladen.
Diese Idee der Bürgerbeteiligung sprach nun weit mehr Interessierte an. 20 Personen begannen gemeinsam das Wochenende mit einem gemütlichen Frühstück am Samstagvormittag und tauschten ihre Meinungen aus. Der Vormittag stand unter der Moderation des SPD-Fraktionsvorsitzenden Rainer Fich. Fast 90 Minuten wurden die Argumente hin und her diskutiert. Das Ergebnis ist ein klares Unentschieden, befand der SPD-Stadtverordnete Klaus Arabin. Nun sollen weitere öffentliche Veranstaltungen zum Thema stattfinden.
Die Befürworter sahen den Hessentag als ein Konjunkturprogramm für Bad Vilbel. Bei Ideenreichtum und gutem Verhandlungsgeschick sollten einige Landeszuschüsse für wichtige Baumaßnahmen zu erreichen sein. So wurden der Bahnhof, das Kurhaus oder die weitere Aufwertung der Innenstadt genannt. Rainer Fich äußerte die Hoffnung, dass Bad Vilbel sich bei einer möglichen Bewerbung zum Ausrichter des Hessentags, den Mut habe, sich als familienfreundlichste Stadt Hessens zu präsentieren.
Dazu würden zwar noch unglaubliche Anstrengungen seitens der Stadtregierung erforderlich, jedoch hätten die Bürger dann nachhaltig etwas von dem Hessentag. Das setze natürlich voraus, dass man z. B. eine optimale Betreuung von Kindern ab dem ersten Lebensjahr bis zum Ende der Grundschulzeit anbiete. Zudem seien die Konzepte für die Arbeit mit Jugendlichen konzeptionell völlig zu verändern. Ein anderer Besucher sah die Chance, dass sich Bad Vilbel als die Stadt der regenerativen Energien präsentieren könne. Jedoch wäre auch hier noch viel anzupacken, meint der Fraktionsvorsitzende Rainer Fich.
Kritiker fragten sich, warum man alle diese Dinge nicht auch ohne den Hessentag anpacken könne. Dass die Stadt im Hessenland durch die Ausrichtung des Hessentags einen nachhaltigen Imagegewinn erfahren würde, das glaubte kein einziger Besucher. Der Erfolg des Hessentags könne sich nur in der Stadt selber niederschlagen. So sahen es die Besucher des Hessentagfrühstücks. Nun gelte es, noch mehr Bürger zum Thema Hessentag zu erreichen. Denn eines ist laut Fich klar: Nur wenn die Bürger Lust auf einen Hessentag haben, macht es Sinn, sich zu bewerben. Nicht den Politikern darf der Hessentag gefallen, sondern den Bürgern Bad Vilbels, so Fich abschließend.
| Link |
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| SPD Bad Vilbel |
28.11.2011
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