Vertrauen
Bad Vilbel: Eine Markforschungsgruppe ließ unlängst, wie jedes Jahr, eine Umfrage durchführen, in der nach dem Vertrauen der Deutschen gegenüber bestimmten Berufsgruppen gefragt wurde. An der Spitze liegen - mit ansehnlichem Vorsprung - die Feuerwehrleute, gefolgt mit etwas Abstand von den Ärzten (gemeint ist der Berufsstand, nicht die Band). Am schlechtesten kommen die Politiker weg, die noch unter den Managern liegen. Das mag nach den Entwicklungen der letzten Jahre kaum überraschen.
Wie entsteht eigentlich Vertrauen? Wikipedia versucht, es so zu definieren: „Vertrauen wird durch Glaubwürdigkeit, Verlässlichkeit und Authentizität begründet, wirkt sich in der Gegenwart aus, ist aber auf künftige Ereignisse gerichtet." Meiner Meinung nach trifft es das nicht ganz, denn es gibt eine Art von Vertrauen, die nicht durch Erfahrung erworben wird. Nehmen wir z.B. das Vertrauen eines Kleinkindes gegenüber seinen Eltern, das von Anfang an da ist. Das Kind kann sich vielleicht nicht alles erklären, was die Eltern machen, vielleicht gibt es auch Dinge, die ihm auf Anhieb nicht gefallen - aber sein Vertrauen, seine Zuneigung und Liebe zu den Eltern stehen dadurch nicht in Frage.
Um diese Art von Vertrauen geht es beim Glauben, den Jesus Christus uns zeigt und vermittelt. Um das Urvertrauen in Gott, um das Wiederfinden der verlorenen Beziehung zum Schöpfer dieser Welt. Schon der Kirchenvater Augustinus sagte: „Unser Herz ist unruhig, bis es Ruhe findet in Dir, o Gott". Menschen, die ihr Leben auf Jesus Christus setzen, finden Ruhe, Geborgenheit und festen Halt in stürmischen Zeiten. Vielleicht verstehen sie nicht immer alles und stehen oft auch Gott gegenüber mit denselben Fragen wie alle anderen auch. Aber sie wissen: Dieser Gott der Himmel und Erde geschaffen hat, der das Universum in seiner Hand hält, und der uns Menschen liebt - dieser Gott lässt mich nicht fallen, er hält mich in allen Situationen.
Ich wünsche Ihnen, dass sie, gerade in der Advents- und Weihnachtszeit ganz neu zu dem Gott Vertrauen fassen können, der uns Menschen liebt und der uns in dem Kind in der Krippe begegnet; der nicht ein anonymer Irgendwer ist, sondern der uns in Jesus Christus begegnet.
Rolf Schwärzel, Pastor der Freien evangelischen Gemeinde Bad Vilbel
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| Freien evangelischen Gemeinde |
04.12.2011
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