Eine Gedenkstättenfahrt der Philipp-Reis-Schule
Friedrichsdorf: Schon eine kleine Tradition an der Philipp-Reis-Schule: Wieder einmal sind Schülerinnen und Schüler des Geschichte-Leistungskurses nach Auschwitz/Oswiecim gefahren. Gut 22 Schülerinnen und Schüler des Geschichte-Leistungskurses haben sich mit ihren Lehrkräften Andreas Schauer und Simone Jakob auf den Weg nach Polen gemacht, um persönlich zu erfahren, was sich hinter dem weltweit bekannten Auschwitz als Synonym für Massenmord und unvorstellbare Verbrechen verbirgt.
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Die Schülerinnen und Schüler der PRS beim Besuch des jüdischen Kulturzentrums in Oswiecim |
Begleitet wurden sie von Sven Küster und Xenia Mohr, zwei erfahrenen ehrenamtlichen Gedenkstättenpädagogen des BDP (Bund Deutscher PfadfinderInnen). Auf dem Programm standen Besuche der KZ-Gedenkstätten Auschwitz-Stammlager, Auschwitz-Birkenau, aber auch Orte der Täter. Am Ende stand ein Besuch der alten jüdisch geprägten Stadt Oswiecim auf dem Programm, die heute überall in der Welt mit dem Namen Auschwitz gleichgesetzt wird.
Der Inhalt einer solchen Fahrt ist nicht beschränkt auf reine Informations- und Wissensvermittlung. Vielmehr wird darauf geachtet, dass die Jugendlichen für sich die abstrakten Zahlen der ungeheuerlichen Verbrechen übersetzen können in konkrete ausgewählte Einzelschicksale. „Wichtig ist, dass die Opfer aber auch Täter ein Gesicht bekommen und für die Schülerinnen und Schüler nicht nur anonyme Fakten und Zahlen bleiben", so Schauer.
So wurde z.B. beim Besuch in Auschwitz-Birkenau die Liebesgeschichte von Mala und Edek thematisiert als Zeichen von Menschlichkeit im Schatten des Todes. So sagt die Schülerin Lisa Schiepan: „Gerade diese persönlichen Geschichten von Häftlingen haben mich berührt." Und Anna Engström betont, dass durch diese Herangehensweise für sie eine „vielfältige Sicht" der schwierigen Thematik möglich geworden sei.
Bei der Gestaltung der Fahrt spielt es eine große Rolle, dass die Schülerinnen und Schüler emotionale Erfahrungen machen, mit denen sie nicht alleine gelassen werden und in denen sich die Gruppe gegenseitig Halt geben kann. So sagt der Schüler Jochen Sauer: „Es ist wichtig, bei einem derart schwierigen Thema jemanden in seiner Nähe zu wissen, der einem Halt geben kann." Die Schülerin Victoria Frauen machte bei dem Gedenkstättenbesuch Erfahrungen, „die unter die Haut gehen".
Eben wegen der Möglichkeit zu persönlichen Erfahrungen sei die Fahrt nach Auschwitz freiwillig, die teilnehmenden Schülerinnen und Schüler seien hochmotiviert, so Schauer.
Persönlich vor Ort in Auschwitz gewesen zu sein, ist jetzt im Rückblick für die Jugendlichen „sehr wichtig" (Schüler Fabian Graf), so sagt Moritz Pech: „Hier wird Geschichte lebendig." Christopher Pauly sieht den Besuch als ein „Erlebnis, das selbst der am besten vorbereitete Unterricht nicht vermitteln kann". Die Bedeutung, eine solche Erfahrung gemacht zu haben, heben auch Franziska Knoblich und Katharina Mauthe hervor.
24.01.2012
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