Karben: Die Stadt Karben entwickelt im Zusammenhang mit der Energiewende Pläne, nach denen bis zu 14 weitere Windkraftanlagen neben den bereits vier vorhandenen Anlagen auf Karbener Gemarkung oder auf angrenzenden Gebieten errichtet werden sollen. Der Bau von Windkraftanlagen ist als Beitrag zur Erzeugung von erneuerbaren Energien zu begrüßen.
Andererseits stellen sie auch eine Belastung für Landschaft, Natur und Mensch dar. Deshalb lädt der NABU Karben zu einem öffentlichen Vortrag über Windenergie und Naturschutz ein. Vortragender ist der Ornithologe Maik Sommerhage vom NABU Landesverband Hessen. Der Vortrag findet am Donnerstag, den 1. März um 19:30 Uhr im Bürgerzentrum Karben, Rathausplatz 1, im Klubraum 1 statt.
Laut Sommerhage bekennen sich die anerkannten Naturschutzverbände zu einem naturverträglichen Ausbau der erneuerbaren Energien. Dabei gilt es, negative Auswirkungen auf die biologische Vielfalt zu verringern. Beim Ausbau der besonders effizienten Windenergie müssen Natur- und Artenschutz auf der einen sowie Umweltschutz auf der anderen Seite wertgleich betrachtet werden, da es konfliktfreie Windenergiestandorte nur selten gibt.
Der Ausbau der Windenergie erfordert ein aufgeschlossenes Problembewusstsein aller Beteiligten für Konflikte vor allem im Bereich des Vogel- und Fledermausschutzes. Sommerhage wird über die Auswirkungen von Windkraftanlagen auf die Vogel- und Fledermauswelt berichten und Hinweise auf notwendige Abstände der Windenergieanlagen von Brutplätzen und Nahrungsbiotopen geben.
Die Steuerung des Ausbaus der Windenergie muss durch übergeordnete Landes- und Regionalpläne stattfinden, so dass sachgerechte Entscheidungen für die Aufstellung der Flächennutzungspläne und für Lösungen auf interkommunaler Ebene möglich werden. So können neben Vorranggebieten für Windenergie auch Tabubereiche außerhalb von Naturschutzgebieten festgelegt werden. In diesen Bereichen können aus Artenschutzgründen (Vorkommen seltener Brutvögel, wichtige Korridore für den Vogelzug und für Rastvögel) keine Windkraftanlagen gebaut werden.
Eine Vielzahl von Problemen ist bei abgestimmter Planung im Sinne der Erhaltung und der Wiederherstellung der Lebensräume bzw. eines Biotopverbundes lösbar, so dass auch in Hessen eine naturverträgliche Energiewende möglich ist.
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| NABU Karben |
21.02.2012
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