Frankfurt: Seit letztem Jahr betreibt der Arbeiter-Samariter-Bund in Hessen eine Wohngemeinschaft für an Demenz erkrankte ältere Menschen. Der ASB hat damit ein Pilotprojekt gestartet und eine betreute Wohngemeinschaft in einem Wohnhaus in der Frankfurter Straße in Weilbach eröffnet. Zehn an Demenz erkrankte Menschen können in der Einrichtung in einer Gemeinschaft zusammen leben und werden rund um die Uhr von einem Team betreut.
Die Bewohner und ihre Betreuer haben sich gut aneinander gewöhnt und ihren geregelten Tagesablauf gefunden. Vom Essen kochen bis zu kleineren Gartenarbeiten werden Alltagsaufgaben gemeinsam mit den Betreuern gemeistert. „ Diese Erfolgserlebnisse sind wichtig und können sich positiv auf den Verlauf der Krankheit auswirken", so die Koordinatorin der Einrichtung, „deshalb trainieren wir das Gehirn durch die täglichen Herausforderungen, die der Alltag mit sich bringt".
Geregelter Tagesablauf und Rituale
Demenzkranke brauchen einen geregelten Tagesablauf und feste Rituale. Deshalb können nur schrittweise weitere Bewohner aufgenommen werden, um eine optimale und individuelle Eingewöhnung zu gewährleisten. „Eine Vollbelegung planen wir bis zum Sommer beziehungsweise Herbst dieses Jahres", meint Gerhard-Lude Meckbach, Geschäftsführer der ASB Altenzentren in Hessen.
Einzelzimmer und soziale Kontakte
„Wir achten die Privatsphäre der Einzelnen und haben uns deshalb bei der Planung des Hauses für Einzelzimmer entschieden", erklärt Gerhard Lude-Meckbach. Die Zimmer befinden sich in den ersten beiden Stockwerken und können individuell eingerichtet werden. So müssen die Bewohner nicht auf Möbelstücke verzichten, die sie seit Jahren begleiten. Die Stockwerke sind mit einem Aufzug verbunden und dadurch auch für gehbehinderte Menschen gut erreichbar. Der Gemeinschaftsraum bietet Platz für gemeinsame Aktivitäten und fördert die sozialen Kontakte innerhalb der Einrichtung.
Ein offenes Haus für die Angehörigen
„Bei uns braucht sich niemand anzumelden", so die Koordinatorin der Einrichtung, „unsere Bewohner und auch wir freuen uns, über Besuche von Freunden und Verwandten". Die angebotene Wohnform kann bei Demenzkranken bis zum mittleren Stadium optimal eingesetzt werden. Schwer Demenzkranke, die z. B. nicht mehr aufstehen können, betreut der ASB in vollstationären Einrichtungen z. B. in Mittelhessen (Karben) oder in Nordhessen (Lohfelden oder Bad Emstal).
22.02.2012
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