Karbnen: Wer hätte das gedacht: fast vor unserer Karbener Haustür liegen leuchtend rote Felswände, die vor 15 Millionen Jahre entstanden sind. Basalt und Lava-Schlacke lief damals aus einem der vielen Vulkanschlote, die zusammen den Vogelsberg entstehen ließen. Die Schlacke ist lange erstarrt und lag bis vor ungefähr 150 Jahren unberührt in der Erde, geschützt durch darüber liegende Erdschichten, die sich im Laufe der Zeit durch Wind und Verwitterung gebildet haben.
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NABU Karben: Exkursion zum Steinbruch in Michelnau |
Der NABU hatte zu einer Fahrt in das nahe gelegene Vulkandorf Michelnau, heute ein Ortsteil von Nidda, eingeladen. Um etwa das Jahr 1850 fingen die Menschen in Michelnau an, die Schlacken-Steinschichten frei zu legen und abzubauen. Bestimmte Teile der Schlacke konnte als Baumaterial verwendet werden. Aus besonders feinen Schlackeblöcken haben Bildhauer Skulpturen herausgearbeitet, die in die ganze Welt versandt wurden.
In diesem Steinbruch sind durch den Abbau bis zu 30m hohe Felswände entstanden, die die Besucher faszinierten. Die Rotfärbung des Gesteins ist durch oxidierendes Eisen entstanden. Die Wanderung unter der Leitung des den Steinbruch betreuenden Vereins und dessen Vorsitzenden Lothar Noll führte an einer Reihe von Aussichtpunkten vorbei, die wunderbare Blicke in die Wetterau bis zum Taunus und über den Ort Michelnau sowie direkt in den Steinbruch gewähren.
Der Höhepunkt der Steinbrucherkundung bildete die Besichtigung der verschiedenen Arbeitsebenen des Steinbruchs samt der technischen Anlagen, die zum Heraussägen und zum Heben tonnenschwerer Gesteinsblöcke dienten. Die Betreuer des Steinbruchs versuchen, die alten und teilweise zerstörten Maschinen wieder zusammenzufügen und funktionsfähig zu machen. Der ganze Steinbruch ist ein interessantes Geo- und Industrie-Denkmal.
Aber auch die Natur ist sehens- und erlebenswert: eine reichhaltige, abwechslungsreiche Pflanzenwelt mit Karthäuser-Nelke, verschiedensten Kleearten wie Berg-Klee und Hasen-Klee, Platterbse, Silberdistel, wilde Möhre und größere, blau schimmernden Flächen mit Natternkopf, zeigen, welche Pflanzenvielfalt sich hier entwickelt hat.
An einigen Stellen sind interessante Trockenrasenflächen entstanden, auf denen Eidechsen und Blindschleichen leben. Selbst die Vogelwelt ist sehens- und hörenswert. Obwohl die Hauptzeit der Vogelgesänge ausklingt, hörte man immer wieder Zipl Zalp, Zaunkönig und Mönchsgrasmücke sowie den Kleiber.
Zum Schluss untersuchten die NABU-Leute Gesteinsproben der Rotlava-Schlacke mit der Lupe. Sie konnten vielerlei Einschlüsse und Mineralien entdecken. Ein paar handfeste Gesteinsbrocken durften die Besucher mit nach Hause nehmen.
02.07.2012
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