Bad Vilbel: „Sehr geehrte Fr. Freund-Hahn, der von Ihnen ausgesprochenen Einladung an die Bürgerinitiative am Heilsberg, „sich vor Ort über den Nutzen der städtischen Jugendarbeit zu überzeugen" (sinngemäßes Zitat) kämen wir sicherlich gern nach, wären wir denn tatsächlich auch die richtigen Adressaten für Ihr Angebot.
Da angesichts der in Ihrer Presseerklärung etwas unklar formulierten Zielgruppe für Ihr Werben um konstruktive Jugendarbeit selbst die FNP in ihrem Artikel Verwechslungen zwischen der BI Heilsberg und Interessengruppen provoziert, möchten wir an dieser Stelle unser „mission statement" auch für Sie als relativ neu mit Heilsberger Themen befasste Mandatsträgerin nochmals kurz erläutern, damit künftig etwas klarer wird, wer am Heilsberg wofür steht:
Bei der Bürgerinitiative Heilsberg handelt es sich um eine seit fast zwanzig Jahren für die Belange des gesamten Heilsbergs tätige Institution, die nicht nur die Etablierung eines eigenen Ortsbeirates überhaupt möglich gemacht, sondern sich seit gut 15 Jahren insbesondere immer wieder und fast schon gebetsmühlenhaft für die Einrichtung eines Jugendclubs auf dem Heilsberg eingesetzt hat.
Auch der Jugendbus, der früher regelmäßig auf der mittlerweile zugebauten Amiwiese Station gemacht hat, wäre ohne das Engagement der BI Heilsberg vermutlich nie Realität geworden. Leider ist jedoch bereits eine ganze Jugendgeneration mit leeren Versprechungen (des früheren CDU-Ortsvorstehers Schulz) in puncto Jugendräume hingehalten worden, weshalb die aktuell bzw. seit mehr als einem Jahr erneut wenig zielgerichtet wabernde Diskussion um den „richtigen" Standort umso mehr irritiert.
Ihre klarstellenden Worte an die sich zu einer Interessengemeinschaft formierten unmittelbar von dieser Standortentscheidung betroffenen Anwohner am Christeneck waren zwar überfällig, gleichwohl haben sich so ziemlich alle Beteiligten des Vilbeler Politbetriebes im Thema Jugendclub Heilsberg bisher nicht sonderlich mit Ruhm bekleckert.
Kritik verdient dabei nicht nur der Aspekt, dass man hier äußerst unglücklich operierte, als man im vergangenen Jahr im Geleitzug des Verlagerung des Feuerwehrstandortes plötzlich fürs Christeneck den Jugendclub aus dem Hut zauberte, nachdem man im Jahr zuvor den Anwohnern über eine Bürgerbeteiligung die Illusion einer Mitgestaltung des Geländes - allerdings unter ganz anderen Vorzeichen („Freizeit- und Bürgerpark") - vorgegaukelt hatte.
Hier vermisst man nicht nur den planerischen Weitblick des Magistrats, sondern aktuell auch ebenso klar stellende Worte zum durchaus berechtigten Thema Anwohnerschutz. Überdies ist kaum zu vermitteln, weshalb am Christeneck, das bereits in 2007/8 den Heilsbergern als Kompensation für die Bebauung der Amiwiese von Dr. Stöhr versprochen wurde, mehr als 4 Jahre später immer noch brach liegt, während auf der ehemaligen Amiwiese schon unzählige Richtfeste gefeiert wurden.
Bei dieser Gelegenheit möchten wir allerdings auch ganz konkret an Sie als FDP-Magistratsvertreterin, die sich das „Transparenzgebot" in Abgrenzung zur bisher in Vilbel praktizierten Hinterzimmerpolitik auf die Fahne geschrieben hat, folgende Fragen / Kritikpunkte richten:
Wie kann es sein, dass der Bürgermeister das Christeneck den Heilsbergern versprochen hat, es nun aber im Zuge der Änderung des Flächennutzungsplanes noch einmal - wie man der Presse entnehmen muss - dem Planungsverband als Ausgleichs- und Kompensationsfläche für die Kombibadbebauung anbietet, was letztlich die Gestaltungsfreiheit am Christeneck weiter einschränkt? Und wieso erfährt der von diesem Kuhhandel betroffene Ortsbeirat angabegemäß erst im Nachhinein, nachdem hier offenbar bereits Fakten geschaffen wurden? Oder wird hier gar ein parteiübergreifendes Schauspiel inszeniert, um die von Anwohnern wie gewissen Parteivertretern ungeliebte Skateranlage ins endgültige Abseits zu befördern?
Die von den Jugendlichen am Heilsberg früher sehr gut angenommene Halfpipe rottet nun vor sich hin, da nun aufgrund der neuerlichen Ausgleichsverpflichtung der Stadt eine Aufstellung am Christeneck aus Platzmangel nicht mehr in Betracht kommt. Welchen Alternativstandort schlagen nun Sie als Sozial- und Jugenddezernentin vor?
Wie stellen Sie sicher, dass nun gar die ganze Aktion „Jugendclub Heilsberg" - auch aufgrund angedrohter Anwohnerklagen - nicht ausgehen wird wie das einstige Hornberger Schiessen? Diese Befürchtung drängt sich einem außen stehenden Betrachter immer mehr auf.
Um abschließend eines unmissverständlich klar zu stellen: Wir als Bürgerinitiative Heilsberg sind nach wie vor explizit für die Schaffung eines Jugendclubs am Heilsberg und - inzwischen angesichts der nutzlos verstrichenen Jahre endloser Diskussion und des angeblichen Bemühens - inzwischen auch klar für den Standort Christeneck. Aber bitte: professionell und für alle Bürger transparent!
Den Jugendlichen am Heilsberg, die seit mehr als einem Jahrzehnt darauf warten, sowie den - auch anwohnenden - Bürgern am Heilsberg zuliebe. Das gegenwärtige Agieren von Magistrat und Ortsbeirat erinnert eher an ein Versuchslabor von „Jugend forscht" als an ein konzeptvolles Vorgehen zum Zwecke einer nachhaltigen Lösung, die breite Akzeptanz geniessen wird.
Das Zusammenspiel von Magistrat und Ortsbeirat sowie der Informationstransport an die Heilsberger Bürger ist - einmal von der Präsentation bei der letzten Ortsbeiratssitzung abgesehen - durchausverbesserungswürdig (um es behutsam zu formulieren). Wir wären Ihnen dankbar, wenn Sie sich - ganz im Sinne Ihrer Stellungnahme - mit aller Kraft für eine schnelle und ausgereifte Umsetzung des Jugendclubs am Christeneck einsetzen würden. Gern unterstützen wir Sie dabei."
Udo Ostarek für den Vorstand der Bürgerinitiative Heilsberg
| Link |
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| Bürgerinitiative Heilsberg e.V. |
11.07.2012
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