Beim Goalball spielen junge Sportler, obwohl sie nichts sehen
Frankfurt: Reno, Sarah und Christiane stehen vor ihrem neun Meter langen Tor und werfen sich auf den Boden, um den gegnerischen Angriff abzuwehren. Sie schonen sich nicht. Da landet auch ab und zu einmal ein Fuß im Gesicht des Mitspielers, doch das kümmert sie nicht. Sie sind nicht zimperlich, hoch konzentriert und bemühen sich um gegenseitige Unterstützung. Tanja, Sebastian und Felix sind ihre Widersacher.
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Goalball |
Felix versucht den Ball ins Tor seiner Gegner zu feuern. In der Blista-Halle in Marburg spielen insgesamt acht junge Sportlerinnen und Sportler „Goalball". Ihnen gemeinsam ist: Sie sind blind.
Im Rahmen des Corporate Challenge unterstützt J. P. Morgan schon seit Jahren junge behinderte Sportler. 2010 bekam auch das Bildungs- und Hilfsmittelzentrum für blinde und sehbehinderte Menschen (Blista) erstmals eine fünfstellige Summe überwiesen.
Dieser Betrag finanzierte den Goalballern zusätzliche Trainingsangebote, verschiedene Trainingsgeräte und die Realisierung der Heidelberger Ballschule für Kinder und Jugendliche. Die blinden Fußballspieler im Blista freuten sich über ein Trainingslager in Essen und für die blinden Judoka gab es Kinder-Kimonos und eine neue Mattenkampffläche.
„Goalball" ist eine Mannschaftsportart für Sehbehinderte und Blinde. Da die Goalball-Spieler unterschiedlich starke Sehbehinderungen haben, tragen sie während des Spiels Goalballbrillen, meistens sind das dicht abgeklebte Skibrillen. Sarah sieht noch Umrisse, Tanja hingegen ist vollblind. Durch diese Brillen können beide ihren Sport ohne große Vorteile oder Nachteile betreiben.
Der blaue Ball, der einem schweren Basketball ähnelt, ist mit drei Glöckchen in seinem Inneren ausgestattet, sodass die Spieler den Klingelton akustisch wahrnehmen können. Die 1,30 Meter hohen Tore stehen an den beiden Grundlinien des Volleyball-Spielfeldes. Für jede Mannschaft sind drei Spieler auf dem Feld. Die Aufgabe ist einfach: Der Ball muss ins gegnerische Tor.
Seinen Weg können die blinden Sportler nur auf Grund des Klingelns ausmachen und - indem sie ihren Körper davor werfen - unterbrechen. Die beiden Trainer Johannes Günther, der auch für die Herren-Nationalmannschaft verantwortlich ist, und Stefan Weil achten sehr auf ausgeglichene Teams.
Reno zum Beispiel beherrscht den Drehwurf perfekt, so kann er den Gegner oftmals verwirren und ihm gelingen schöne Tore. Andere Spielerinnen und Spieler gleichen das durch ihre technischen und taktischen Spezialitäten aus.
Die acht jungen Sportlerinnen und Sportler im Alter von 16 bis 20 Jahren, die der Sehgeschädigten Sportgemeinschaft Blista Marburg angehören, trainieren drei- bis viermal in der Woche.
„Goalball ist eine Mannschaftssportart", beschreibt Reno seinen Sport. „Das Team ist das Wichtigste für mich. Auch wenn man Tritte und Stöße einstecken muss, an die man sich im Laufe der Zeit gewöhnt, steht das Miteinander im Mittelpunkt." Und Sarah ergänzt: „Für nichts auf der Welt würde ich diesen Sport eintauschen."
„Der Sport stärkt die jungen Menschen in ihrem Alltag", findet Thomas Prokein, Trainer der deutschen Goalball-
07.03.2011
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