"Rosemarie" trifft "Hammermörder"
Von der Lehrmittelsammlung zum Kriminalmuseum
Frankfurt: Dort, wo auf dem ehemaligen PX-Gelände der US-Army an der Adickesallee, früher Familien ihre Einkäufe erledigten, sorgen heute zahlreiche Exponate, Waffen und Tatortfotos für Gänsehauterlebnisse. Das Kriminalmuseum des neuen Frankfurter Polizeipräsidiums gewährt seit 2003 auf seiner 200 m² großen Ausstellungsfläche Einblicke in die Abgründe menschlichen Verhaltens.
Mit jedem der ausgestellten Zeugnisse in den zahlreichen Vitrinen ist eine Geschichte
verbunden. So erlangte der Räuber Karl-Heinz Jäger als Autor „Henry
Jäger“ mit seinem in Haft geschriebenen Roman „Ein Gangster schreibt
sich frei“ Weltruhm. Der Roman wurde in 20 Sprachen übersetzt, worauf
ihm von zwölf Jahren Haft drei erlassen wurden und er erst als Lokalredakteur
und dann als Schriftsteller Furore machte. Der Museumsleiter kennt auch die Geschichte
des „Thomy-Erpressers“ bestens, der Produkte mit Blausäure vergiftet
hatte und sich mit Brieftauben Diamanten im Wert von 15 Millionen US-Dollar nach
Hause fliegen lassen. Stattdessen bekam er von seiner Taube „Charly“
(im Museum zu sehen), einen Peilsender gebracht.

Interessant sind auch Exponate und die Geschichte vom ersten Bankraub nach Kriegsende
auf die Deutsche Effecten- und Wechselbank im Stadtteil Bockenheim. Beim Überfall
erschossen die Bankräuber nicht nur zwei Bankangestellte, sondern verletzten
auch ihren eigenen Komplizen schwer und ließen die Beute liegen. In Wort
und auf Fotos dokumentiert sind auch die Auseinandersetzungen um den Bau der Startbahn
18 West (1981 bis 1987), die Polizeihauptkommissar Klaus Eichhöfer und Polizeimeister
Thorsten Schwalm 1987 das Leben kosteten.

Makaber ist der Fall des „Hammermörders“, der 1990 sechs Obdachlose
erschlug und sich nach der Festnahme erhängte. Das größte Interesse
der Besucher gilt aber immer noch der Edelhure Rosemarie Nitribitt. Diese war
im Oktober 1957 von einem Unbekannten in ihrer Wohnung erwürgt worden. Der
bis heute unaufgeklärte Mord und die Mischung ihrer Kunden aus Halbwelt und
Schwerindustrie, fasziniert bis heute die Massen. Das Leben und Sterben des „Mädchens
Rosemarie“ wurde zum Stoff einiger Filme und Bücher. Die Ausstellung
zeigt Polizei- und Privatfotos der stadtbekannten Prostituierten, Tatortbilder
ihr Apartment.

Die in Formalin eingelegten Hände eines Tatverdächtigen sollen belegen,
dass die Polizei damals nichts unversucht gelassen hat, den Fall zu klären.
Sie gehörten zu einem Mann, der sich nach dem Mord vergiftet hatte. Sein
Handabdruck war in der Wohnung der Prostituierten gefunden worden. Weil die Hände
der Leiche zum Vergleich extra präpariert werden mussten, entschieden sich
die Ermittler in Absprache mit den Hinterbliebenen, die Hände von einem Chirurgen
abtrennen zu lassen. Später erwies sich die Unschuld des Verdächtigen.

Im Vitrinenfach unter dem Nitribitt-Fall ist ein Bild von Helga Matura zu sehen.
Diese Frankfurter Prostituierte, wurde neun Jahre später auf grausame Weise,
mit 16 Stichen mittels eines Pfeifenbestecks, erstochen. „Für sie interessiert
sich kein Mensch mehr, alle fragen immer nur nach der Nitribitt.“ Das Interesse
an diesen und vielen weiteren Exponaten ist groß.
Bis Juli 2006 sind die
Führungen voran gemeldeter Gruppen mit zehn bis 25 Leuten, ab 15 Jahren,
ausgebucht. Einzelne Besucher können, aber bereits früher Glück
haben. Anmeldungen sind zu richten an das Polizeipräsidium Frankfurt am Main,
Abt. für Öffentlichkeitsarbeit, Museumsleiter Dieter Wachsmudt, Telefon:
069 755-82200.
Christine Fauerbach
Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Am Feldbach 4 - 61118 Bad Vilbel
Tel.: 0 61 01 / 53 79 24
Fax: 0 61 01 / 53 79 25
Mobil: 01 72 / 700 65 26
E-Mail:
ChristineFauerbach@prcf.de
ChristineFauerbach@gmx.de
Homepage:
http://www.prcf.de
zur Übersicht
Weitere Beiträge in: Nachrichten
Die Frankfurter Stadtbücherei schreibt seit Jahren eine Erfolgsgeschichte
Frankfurt: 100.0 ...
Falsch verstandene Tierliebe kann tödlich sein
Frankfurt: Ein erneuter Fall von falsch ver ...
Stadtrat Stein präsentiert Statistik zur Neuerrichtung von Gewerbebetrieben 2010
Frankfurt:&nbs ...
Bad Homburg: Der Bad Homburger Magistrat stellt die Weichen für die Schaffung neuen Wohnraums. In ...
Bad Vilbel: Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger, am 3. und 4. Februar 2012 fanden im Kultur- und S ...
Kommende Termine!
Familien, Naturbegeisterte und Städter haben wieder die Möglichkeit, sich ein ...
Lebenslust & KunstGenuss März 2012 in der "Anhäuser Mühle"
...
Lieber Oldtimerfan, liebe(r) IG / Club/ Verein,
Wir veranstal ...
Lebenslust & KunstGenuss Oktober 2012 in der "Anhäuser Mühle"
DER NA ...
Foto-Strecken