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"Rosemarie" trifft "Hammermörder"

Von der Lehrmittelsammlung zum Kriminalmuseum
Frankfurt:
Dort, wo auf dem ehemaligen PX-Gelände der US-Army an der Adickesallee, früher Familien ihre Einkäufe erledigten, sorgen heute zahlreiche Exponate, Waffen und Tatortfotos für Gänsehauterlebnisse. Das Kriminalmuseum des neuen Frankfurter Polizeipräsidiums gewährt seit 2003 auf seiner 200 m² großen Ausstellungsfläche Einblicke in die Abgründe menschlichen Verhaltens.

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Die Besucher erwartet eine Welt voller gruseliger Entdeckungen und polizeilicher Ermittlungsarbeit. Zu sehen sind Exponate zu den Themen Tötungs-, Einbruch- und Drogendelikte, Produkterpressung, Falschgeld, Artenschutz, Waffen, Schwarzbrennerei, Trickdiebstahl, Polizeiuniformen und vieles mehr. Das Gruselkabinett ist das Reich von Polizeihauptkommissar Dieter Wachsmudt. Der Grundstein für die sehenswerte Sammlung legten Polizisten, Juristen und Gerichtsmediziner im Jahre 1920 als sie eine „Lehrmittelsammlung“ für den Nachwuchs ihrer drei Sparten anlegten.


In den ersten Jahren wurden überwiegend Akten, Tatwaffen und Fotos mit dem Schwerpunkt „Todesermittlung“ gesammelt. In einem Raum konnten die angehenden Polizisten, Juristen und Gerichtsmedizinern einen Blick auf Fotos von Wasserleichen, Stromtoten, Gehängten, Erschossenen und Erdrosselten werfen, um die jeweils charakteristischen Merkmale zu studieren. War früher die Kriminalpolizei für diesen Bereich der internen Fortbildung des Nachwuchses zuständig, so ist es heute die Abteilung für Öffentlichkeitsarbeit.


„Die Ausstellung des Kriminalmuseums lebt vom Engagement des Zuständigen. Beim Umzug vor zwei Jahren an den heutigen Standort und die rasante Entwicklung im Bereich der Ermittlungen durch moderne Techniken wie Datenaustausch, spezielle Software oder DNA-Analysen, wurde entschieden, die einstige Lehrmittelsammlung, die alle Deliktfelder abdeckt, in ein Museum einzubringen und für Besucher zu öffnen und sie an den teils skurrilen, aber immer interessanten Stücken teilhaben zu lassen.


Allerdings haben wir die Sammlung um einige Leichenfotos und Körperteile entschärft. Für Gruselschauer sorgen etwa die abgehackten Hände einer exhumierten Leiche, die Waschhaut von den Händen einer Wasserleiche oder ein Menschenschädel mit einem glatten Pistolendurchschuss. „Mein Haupt gehört dem Henker“, ließ sich ein von amerikanischen Kollegen exekutierter Verbrecher auf seinen Nacken tätowieren. Gleich daneben ist das Foto eines Masochisten zu sehen, der sich selbst einen Hirschfänger so tief ins Gesäß stach, dass er die Hauptschlagader traf und jämmerlich verblutete.


Harmlos ist dagegen der Empfang in der rund 50 m² großen Rotunde des Museums. Hier können die Besucher einen Blick auf Polizeiuniformen und Kopfbedeckungen verschiedener europäischer Staaten werfen. Die vorherrschende Farbe ist blau, aber auch grüne, von unterschiedlichen Designern entworfene Uniformen mit voneinander abweichenden Details sind zu sehen. Im Eingangsbereich des Ausstellungsraumes, der im oberen Kellergeschoss angesiedelt ist, stehen zwei geknackte Tresore. „Der eine wurde aufgeschweißt, der andere mit einer Art Riesen-Dosenöffner namens „Knabber“ aufgebrochen. Unter den Einbrechern in der Bankenstadt gab es früher die Berufsgruppe der „Schränker“, die sich auf das Knacken von Geldschränken spezialisiert hatte. Heute werden Tresore ja nur noch gesprengt oder als Ganzes mitgenom-men.“


[Weiter siehe unten]

17.08.2005

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