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Arbeitslosigkeit zum Hochsommerende wieder rückläufig

Wiesbaden: Nach einem leichten Anstieg im Juli ist die Arbeitslosigkeit im Agenturbezirk Frankfurt am Main im August wieder etwas zurückgegangen. Die Arbeitslosenquote sank um 0,1 auf 6,5 Prozent.

Die Arbeitslosigkeit im Agenturbezirk Frankfurt am Main ist im August 2010 auf 44.047 Personen gesunken. Das sind 275 Personen weniger als im Vormonat und entspricht einem leichten Rückgang um 0,6 Prozent. Der Vorjahresvergleich zeigt eine deutliche Abnahme der Arbeitslosigkeit um 1.538 Personen oder 3,4 Prozent. Die Arbeitslosenquote (bezogen auf alle zivilen Erwerbspersonen) fiel um 0,1 auf 6,5 Prozent. Vor einem Jahr lag sie bei 6,8 Prozent.

„Die Konjunktur im Rhein-Main-Gebiet hat weiter angezogen", betont Karl-Heinz Huth, Vorsitzender der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Frankfurt am Main. „Wir haben die Sommerzeit mit einem dezenten saisonalen Anstieg im Juli und wieder sinkenden Arbeitslosenzahlen im August überstanden. Diese positive Entwicklung werden wir mit allen uns zur Verfügung stehenden Mitteln der aktiven Arbeitsmarktpolitik begleiten. Im letzten Jahr gab es im August einen Anstieg der Arbeitslosigkeit, der aus der ungünstigeren wirtschaftlichen Lage resultierte. Davon waren besonders die jungen Erwachsenen betroffen. Jetzt ist die Arbeitslosigkeit in fast allen Personengruppen mit Ausnahme der über 50 Jährigen rückläufig. Besonders für ältere Arbeitnehmer ist es noch immer schwieriger, eine neue Anstellung zu finden. Daran müssen wir arbeiten und mehr Unternehmen von der Einstellung älterer Mitarbeiter, die oft über einen großen Erfahrungsschatz verfügen, überzeugen."

Der Anteil der unter 25-Jährigen an der Gesamtzahl der Arbeitslosen lag im August bei neun Prozent. Das waren insgesamt 3.966 Jugendliche und junge Erwachsene. Seit dem Vormonat ist dies ein Rückgang um 6,6 Prozent. Im Vergleich zum Vorjahr gab es sogar einen Rückgang um 22,7 Prozent (absolut 1.163 jungen Menschen).

Insgesamt hat die Arbeitslosigkeit in nahezu allen Personengruppen abgenommen. Einzige Ausnahme stellen die 50 bis unter 65-Jährigen dar, die insgesamt 28,1 Prozent der Arbeitslosgemeldeten ausmachen. Ihr Anteil hat sich seit dem Vormonat leicht um 1,6 Prozent, seit dem Vorjahr sogar um 10,4 Prozent erhöht.

Stellenzugang und Bestand über Vorjahresniveau

Der Zugang an offenen Stellen war im August deutlich höher als im Vorjahr, allerdings etwas niedriger als im Juli. Insgesamt meldeten die Unternehmen 4.280 neue, offene Stellen. Das waren 6,3 Prozent weniger (absolut minus 286 Stellen) als im Vormonat. Im Vorjahresvergleich zeigt sich jedoch, dass sich die konjunkturelle Lage verbessert hat. Gegenüber August 2009 gab es einen deutlichen Anstieg um 68,8 Prozent (1.745 Stellen).

Der Bestand an gemeldeten Stellen war mit 11.940 Stellen trotz des geringeren Zugangs sogar höher als im Vormonat. Hier zeigte sich eine Erhöhung um 9,6 Prozent. Im Vorjahresvergleich fiel die Steigerung mit 47 Prozent noch deutlicher aus.

Entwicklung in den einzelnen Kreisen: Frankfurt am Main Stadt, Hochtaunuskreis und Main-Taunus-Kreis

Im Agenturbezirk Frankfurt am Main ging die Arbeitslosigkeit in allen Kreisen sowohl im Vormonats- als auch im Vorjahresvergleich leicht zurück

Im Stadtgebiet von Frankfurt waren im August 2010 insgesamt 27.143 Personen arbeitslos gemeldet. Im Vormonatsvergleich bedeutet dies einen dezenten Rückgang um 0,4 Prozent. (absolut minus 108 Personen). Damit war die Zahl der Arbeitslosen deutlich niedriger als im Vorjahr (minus 3,9 Prozent oder minus 1.102 Personen). Die Arbeitslosenquote ging um 0,1 auf 7,9 Prozent zurück. Vor einem Jahr hatte sie bei 8,3 Prozent gelegen.

Im Hochtaunuskreis gab es mit 1,1 Prozent den prozentual größten Rückgang seit dem Vormonat. Insgesamt waren im August 4.746 Personen arbeitslos gemeldet. Auch im Vergleich zum Vorjahr nahm die Arbeitslosigkeit leicht ab (minus 1,4 Prozent). Die Arbeitslosenquote ging um 0,1 auf aktuell 4,3 Prozent zurück.

5.917 Menschen waren im Main-Taunus-Kreis arbeitslos. Gegenüber Juli entspricht das einem leichten Minus von 0,3 Prozent. Im Vergleich zum Vorjahr beträgt das Minus, vergleichbar mit dem Hochtaunuskreis, 1,4 Prozent. Die Arbeitslosenquote blieb wie im Vormonat unverändert bei fünf Prozent. Im Vorjahr hatte sie in beiden Kreisen jeweils 0,1 Prozent über dem aktuellen Wert gelegen.

In beiden Kreisen waren im August jeweils rund 1.060 offene Stellen bei der Arbeitsagentur gemeldet. Der Stellenbestand im Hochtaunuskreis war damit etwas niedriger, im Main-Taunus-Kreis etwas höher als im Vormonat. Im Vorjahresvergleich zeigte sich in beiden Kreisen dagegen eine deutliche Erhöhung um jeweils weit über 50 Prozent (58,6 Prozent im Hochtaunus und 52,9 Prozent im Main-Taunus-Kreis). Das Angebot setzt sich in erster Linie aus den Bereichen der Dienstleistungsberufe und der Fertigungsberufe zusammen. Technische Berufe sind in geringerem Umfang vertreten.

Aktuelle Situation auf dem Ausbildungsmarkt Frankfurt am Main

Die Zahl der im laufenden Ausbildungsjahr bei der Arbeitsagentur gemeldeten Bewerber um einen Ausbildungsplatz lag im August bei 6.109. Das waren 24,1 Prozent oder 1.187 Jugendliche und junge Erwachsene mehr als im Vorjahr.

Auch die Zahl der gemeldeten Ausbildungsstellen fiel mit 7.224 etwas höher aus (plus 2,4 Prozent).

Von den seit Beginn des Berichtsjahres (1. Oktober 2009) gemeldeten Bewerbern sind fast 85 Prozent bereits versorgt. Insgesamt 948 Bewerber, etwa ein Drittel weniger als im Vormonat, sind zurzeit noch nicht versorgt. Zur Gruppe der nicht versorgten Bewerber zählen Jugendliche und junge Erwachsene, die nach der Schule noch keinen Ausbildungsplatz, einen weiteren Schulbesuch oder eine andere Alternative bis 30. September gefunden haben. Dem gegenüber stehen 1.444 noch unbesetzte Berufsausbildungsstellen. Das waren 207 Stellen mehr als im Vorjahreszeitraum. Die Relation von offener Ausbildungsstelle pro nicht versorgten Bewerber lag somit aktuell bei 1,52. Im Vorjahr waren es noch 2,82 Stellen pro nicht versorgten Bewerber.

Aktuelle regionale Entwicklungen im Überblick

In den Geschäftsstellen der Arbeitsagentur Frankfurt am Main zeigte sich der Arbeitsmarkt nach Ende der Sommerferien dynamisch. Stellenzugänge aus dem Bereich der Personaldienstleistung gingen besonders für Facharbeiter/innen, Elektroniker/innen, Mechatroniker/innen und Industriemechaniker/innen ein. Auch für den kaufmännischen Bereich wurden wieder mehr Stellen gemeldet, die allerdings meist mit hohen Anforderungen, unter anderem in Bezug auf Fremdsprachenkenntnisse, verbunden sind.

Allgemein zeigte sich eine Belebung im Dienstleistungssektor und im gewerblich-technischen Bereich. Auch Friseure, zahnmedizinische Fachangestellte, Sicherheitsfachkräfte und Kraftfahrer wurden gesucht. Gesundheits- und Krankenpfleger/innen sowie Erzieher/innen finden weiterhin gute Chancen auf dem Arbeitsmarkt vor.

Bei den Meldungen in Arbeitslosigkeit zeigte sich keine auffällige Konzentration aus einzelnen Branchen. Weiterhin meldeten sich junge Erwachsene, die nach Ende ihrer Ausbildung nicht in ein Beschäftigungsverhältnis übernommen wurden. Die Chancen, nach erfolgreichem Ausbildungsabschluss eine neue Anstellung zu finden, sind jedoch gut. Auch von den akademischen Berufsgruppen gingen weniger Meldungen ein. Einzige Ausnahme waren Juristen, da derzeit das 2. Staatsexamen läuft, diese sich aber erst nach Bekanntgabe der Examensnote bewerben können.

Die Standorte Höchst und Hofheim meldeten Stellenzuwächse in nahezu allen Branchen. Im Bereich der Personaldienstleistung wurde eine steigende Nachfrage im kaufmännischen und im gewerblichen Bereich registriert. Metallverarbeitende und produzierende kleine und mittlere Unternehmen im Main-Taunus Bereich, insbesondere Zulieferer für die Automobilbranche, stellten wieder Personal ein.

In der Geschäftsstelle Langen gingen die Meldungen in Arbeitslosigkeit im August weiter zurück. Integrationen gab es besonders in den Bereichen Logistik, Transportwesen sowie dem Hotel- und Gaststättengewerbe. Bei den unter 25-Jährigen gab es einen deutlichen Rückgang, auch aufgrund der Aufnahme schulischer Ausbildungen. Ausbildungssuchende konnten im August noch kurzfristig eine Ausbildungsstelle finden.

In Bad Homburg und Bad Vilbel setzte sich der grundsätzlich positive Trend der letzten Monate ohne merkliche Veränderungen fort. Offene Stellen wurden besonders aus dem Handwerk, dem Bau und dem Gartenbau gemeldet. Kfz-Betriebe suchen Mechatroniker und Karosseriebauer/lackiere. Auch Elektriker/innen und Gas/Wasser/Heizungs-Installateure werden gesucht. Im Hotel- und Gaststättenbereich besteht weiterhin Nachfrage nach Köchen mit Berufserfahrung. Zudem gab es einen leichten Stellenzugang für den Service- und Küchenbereich. Im Sozialwesen wurden zahnmedizinische Fachangestellte und Physiotherapeuten gesucht. Die Nachfrage nach Kranken- und Altenpflegern/innen blieb gleichbleibend hoch. Der Arbeitsmarkt für Akademiker entspannte sich leicht.

Arbeitslosigkeit nach Rechtskreisen

Aus der aktuellen Gesamtzahl der Arbeitslosen im Agenturbezirk Frankfurt am Main fielen 14.965 in den Bereich des Sozialgesetzbuches III (SGB III) und somit in die Zuständigkeit der Arbeitsagentur. 29.082 gehörten dem Bereich des Sozialgesetzbuches II (SGB II) an. Davon wurden 20.539 Menschen von den ARGEn betreut. Für 8.543 Personen waren die optierenden Kommunen zuständig.

Der Rückgang der Arbeitslosigkeit seit dem Vormonat zeigte sich bei der Arbeitsagentur im Bereich des SGB III. Bei den ARGEn und optierenden Kommunen stieg die Arbeitslosenzahl dagegen leicht an. Während die Arbeitslosenzahl im Zuständigkeitsbereich der Arbeitsagentur um 2,1 Prozent reduziert werden konnte, gab es bei den ARGEn ein geringfügiges Plus von 0,1 Prozent, bei den optierenden Kommunen ein etwas deutlicheres Plus von 0,5 Prozent.

Der Vorjahresvergleich zeigt, dass der Bestand der bei der Agentur für Arbeit gemeldeten Arbeitslosen erfreulicherweise zum wiederholten Mal unter das Vorjahresniveau gesunken ist (um minus 2,3 Prozent oder rund 350 Personen). Aufgrund der wirtschaftlichen Lage war im vergangenen Jahr besonders der Bereich des Arbeitslosengeldes I von steigenden Meldungen in Arbeitslosigkeit betroffen. Im Rechtskreis des SGB II lag die Arbeitslosenzahl bei den ARGEn mit einem Minus von 5,4 Prozent (absolut minus 1.165) deutlich unter dem Niveau des Vorjahres. Bei den optierenden Kommunen war die Abnahme mit 0,2 Prozent (absolut minus 20) am geringsten ausgeprägt.



Link
Bundesagentur für Arbeit


01.09.2010

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