Ländliches Leben in der Stadt beim Erntedankmarkt
Bad Homburg: Wenn die Sonne längere Schatten wirft und die Luft kühler wird, ist es an der Zeit, sich noch einmal richtig an den Früchten des Sommers zu erfreuen. Der große Erntedankmarkt in Bad Homburg bietet dafür die beste Gelegenheit. In der gesamten Fußgängerzone reihen sich am 10. Oktober von 10 bis 18 Uhr über 70 Stände aneinander, die eine einzigartige ländliche Atmosphäre entstehen lassen.
Denn neben vielerlei Obstsorten, Gemüse und Blumen, die feilgeboten werden, veranschaulicht der Markt zugleich die Arbeit und das Leben auf dem Land früher und heute. Auch die Geschäfte öffnen ab 13 Uhr ihre Türen zum „verkaufsoffenen Sonntag" und halten besondere Erntedankmarkt-Angebote bereit.
Um den Tag familienfreundlich und so erlebnisreich wie möglich zu gestalten, hat die Aktionsgemeinschaft Bad Homburg neben den selbstvermarktenden Landwirten mit ihren bunten Ständen wieder Vorführungen althergebrachter Handwerkskünste eingeplant. Die Besucher können zuschauen, wie getöpfert, gedrechselt und auf einer historischen Tretnähmaschine von 1905 genäht wird. Stuhlsitze werden geflochten und metallene Tuchschließen hergestellt. In einem 500-Liter-Kessel entsteht schmackhafter Käse. Auf dem Waisenhausplatz setzt die „Interessengemeinschaft Kirdorfer Feld" ihre Anfang der 60er Jahre gebaute Öldruck-Doppeltisch-Presse - eine der ersten dieser Art - in Gang und lädt zum Probieren des frischen Apfelsafts ein.
Die Ausstellung historischer Landmaschinen und Traktoren lässt erahnen, um wie viel schwerer einst die Arbeit auf den Feldern war. Nicht nur die Kinder werden ihre helle Freude an den Tieren haben, die zum Landleben einfach dazu gehören. Schafe, Ziegen, Esel und Hühner tummeln sich mitten in der City Bad Homburgs, außerdem Kaninchen, Meerschweinchen und Tauben. Bienenstöcke geben Einblick in die Welt des arbeitssamen Volkes.
Die Kinder können sich auch beim Malen, Basteln und Schminken auf dem Waisenhausplatz vergnügen. Oder sie folgen, wie es einst bei den Märkten üblich war, dem Leierkastenmann, der durch die Gassen zwischen den Ständen zieht.
Das Warenangebot geht beim Bad Homburger Erntedankmarkt weit über Obst, Gemüse und Blumen hinaus. So gibt es selbst gemachte Marmeladen, Honig, Gewürze, Rosen, Stauden und Blumenzwiebeln, Schafsfelle und vieles mehr. Ausgesprochen beliebt sind weiterhin die Stände mit Kunsthandwerk in vielerlei Variationen, sei es aus Keramik, Holz, Salzteig oder getrockneten Blumen.
Kulinarisches dient der Stärkung für einen langen, erlebnisreichen Tag in Bad Homburg: Flamm- und Zwiebelkuchen, Bratwurst und Nudelpfanne, Crepes und Waffeln, frischer Federweißer, Honig-Met, kühles Bier und Softdrinks sind nur ein Teil der üppigen Auswahl.
Und auch der traditionelle Dank an Gott für die reiche Ernte dieses Sommers fehlt nicht. Den ökumenischen Erntedankgottesdienst um 12 Uhr vor der Taunus-Sparkasse am Kurhaus halten die Pfarrer von der evangelischen Erlöserkirche und der katholischen Kirche St. Marien.
Erfahrungsgemäß ist der Besucheransturm auf den Erntedankmarkt groß. Deshalb bittet die Aktionsgemeinschaft, am 10. Oktober möglichst mit öffentlichen Verkehrsmitteln nach Bad Homburg zu kommen. Autofahrer werden gebeten, die Sonderparkplätze anzufahren, zu denen die Verkehrswacht hinleitet.
09.09.2010
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