Bad Vilbel: Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger, Sommerzeit ist auch Zeckenzeit. Zecken sind in dieser Jahreszeit sehr aktiv. Das kann für den Menschen unangenehme Folgen haben. Vor allem die durch Zeckenbisse übertragene Viruserkrankung FSME (Frühsommer-Meningoenzephalitis) kann zu einer Hirnhaut- oder Gehirn-Entzündung führen und sogar tödlich sein.
Die Stadt Bad Vilbel rät daher allen Bürgerinnen und Bürger, sich jetzt durch eine FSME-Impfung für die bereits begonnene Zeckensaison zu schützen. Die FSME-Impfung wird sowohl von den Gesundheitsämtern als auch von niedergelassenen Ärzten angeboten. Sie schützt aber nicht vor Borreliose, einer bakteriellen Infektion durch Zecken. Deshalb ist bei einem Zeckenstich erhöhte Aufmerksamkeit angezeigt, auch wenn die Impfung in Anspruch genommen wurde.
In Hessen ist mittlerweile die Zahl der Menschen, die an der von Zecken übertragenen Hirnhautentzündung FSME erkrankt sind, auf den niedrigsten Stand seit zehn Jahren gesunken. 2011 wurden in Hessen 19 FSME-Fälle gemeldet, 2010 waren es 12 FSME-Fälle, in 2009 20 Fälle und 2008 13 Erkrankungen, in 2007 14 FSME-Fälle und 2006 51 Fälle. Trotz des zahlenmäßigen Rückgangs zählt der gesamte Wetteraukreis zu dem sich weiterhin ausbreitenden Risikogebiet, in denen sich die FSME-übertragenden Zecken gehäuft finden.
Gefährdet sind vor allem Personen, die sich in Beruf oder Freizeit viel im Wald, auf Wiesen oder in der Nähe von Feuchtgebieten aufhalten. Ihnen ist zu raten, sich umgehend impfen zu lassen. Die erste Impfung sollte idealerweise im Frühjahr oder Frühsommer stattfinden. Die zweite Impfung wird zwei bis vier Wochen später vorgenommen. Nach neun bis zwölf Monaten sei eine Auffrisch-Impfung durchzuführen, die für zirka drei Jahre schütze.
In den deutschen Risikogebieten sind ein bis fünf Prozent der Zecken mit FSME infiziert. Die Viren gelangen durch den Zeckenstich in die Blutbahn des Menschen und können die Erkrankung auslösen. Die ersten grippeähnlichen Symptome mit Fieber, Kopfschmerzen und Erbrechen treten ein bis zwei Wochen nach dem Zeckenbiss auf.
Danach kommt es bei sechs bis zehn Prozent der Patienten zur Entzündung der Hirnhaut, des Gehirns oder anderer Nervengewebe. In diesen Fällen besteht die Gefahr von bleibenden neurologischen Ausfällen, wie zum Beispiel Lähmungen oder Anfallsleiden. Schwere Krankheitsverläufe werden eher bei Erwachsenen als bei Kindern beobachtet. Bei ein bis zwei Prozent der Erkrankten führt der Zeckenbiss zum Tod. Jeder Krankheitsfall muss dem örtlichen Gesundheitsamt gemeldet werden, damit es den genauen Infektionsort ermitteln kann.
Noch keinen Impfstoff gibt es gegen die Borreliose, die ebenfalls durch Zecken übertragen wird. Zecken, die diese Erreger übertragen, sind überall in Deutschland verbreitet. Da die Krankheit im Frühstadium gut auf Antibiotika anspricht, sollten alle, die von einer Zecke gestochen werden, die Stichstelle beobachten. Kommt es innerhalb der nächsten Wochen zu einer Rötung oder Hautveränderung oder zu grippe- oder rheumaartigen Beschwerden, muss umgehend ein Arzt aufgesucht werden, der die Antibiotikabehandlung einleiten kann.
Schützen Sie sich jetzt mit einer Schutzimpfung gegen die Folgen von Zeckenbissen.
Es grüßt Sie herzlich
Der Magistrat der Stadt Bad Vilbel
18.07.2012
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