Startseite
Newsletter | Impressum | Kontakt
Folgen Sie uns auf Facebook
Folgen Sie uns bei Twitter
Diese Seite drucken!
Diese Seite weiterempfehlen!

Ohne Regeln kein fairer Umgang mit der Natur

E-Mail von Peter Paul
Das wir heute über die Befahrung der Nidda mit Booten und Flößen und der damit verbundenen Störungen für den Naturhaushalt diskutieren, kann als Erfolg für den Naturschutz verbucht werden. Noch vor weniger als 30 Jahren war die Nidda mit Haushalts- und Industieabwässern derart belastet, dass der Fluss praktisch tot war, bzw. in seiner biologischen Vielfalt stark eingeschränkt war.

Zudem machte die in den 1960er Jahren erfolgte Begradigung den Fluss nicht nur für zahlreiche Tierarten unattraktiv, sondern es wäre seinerzeit auch kaum jemand auf die Idee gekommen auf dem verschmutzten und eintönigen Flusskanal, der getrost als "Wasserautobahn" bezeichnet werden kann, zu paddeln.

Zwischenzeitlich wurden am Oberlauf zahlreiche Kläranlagen ausgebaut, so dass die Nidda wieder über die anzustrebende Gewässergüte zwei verfügt. Weiterhin wurde durch Gewässerrenaturierungsmaßnahmen die Strukturgüte, also die Vielfalt des Gewässerbettes und seiner umgebenden Aue zum Teil wieder hergestellt.

Weitere Vorhaben sind in Planung. Diese Maßnahmen haben nicht nur zahlreiche, z.T. seltene Fisch und Vogelarten wieder an die Nidda zurückkehren lassen, es zeigt sich nun auch, dass der Kanu fahrende Mensch eine wieder relativ saubere und immer naturnäher werdende Nidda, als Freizeitattraktion entdeckt. Würden wir uns z.B. in Nordnorwegen befinden, so wäre dies auch kein Problem.

Da wir uns aber im Verdichtungsraum Rhein-Main befinden, wird eine Befahrung der Nidda ohne Regeln und Vereinbarungen künftig nicht mehr als naturverträglich angesehen werden können. Schon einmal, als im Jahre 2000 das Niddaknie bei Dortelweil renaturiert wurde und in der Folge das Niddaknie von Freizeitnutzern, vom Hunde baden lassen, bis zum Grillen auf den Sandbänken, geradezu gestürmt wurde, musste durch die Errichtung eines Zaunes, ordnend eingegriffen werden. Inzwischen haben die Verantwortlichen daraus gelernt, denn bei der großen Niddarenaturierung in Höhe des Gronauer Hofes wurde 2009 zur Besucherlenkung, in Gronau ein Gewässererlebnisplatz eingerichtet, an dem sich die Bürgerschaft erholen kann, ohne die Natur über Gebühr zu belasten. Bei den weiteren geplanten Renaturierungsmaßnahmen in der Kernstadt und am Erlenbach in Massenheim sind ebenfalls solche Aufenthaltsbereiche für eine naturverträgliche Freizeitnutzung vorgesehen.

Ein vergleichbarer Kompromiss sollte auch im Bezug auf das Befahren der Nidda mit Kanus und Booten angestrebt werden. Es sollte ein Zeitkorridor gefunden werden, an dem eine Nutzung der Nidda möglich ist, ohne den Naturhaushalt über Gebühr zu belasten. Dieser Zeitkorridor sollte sich streng nach den wissenschaftlichen Erkenntnissen des Naturschutzes orientieren. Im Zweifel sollte die Natur jedoch Vorrang genießen, nicht nur weil für die Flussrenaturierung Steuergeld investiert wurde, sondern auch weil trotz aller Bemühungen und trotz des internationalen Jahres der Biodiversität, auch in Deutschland, immer noch viel zu viele Tier- und Pflanzenarten aussterben und die Roten Listen nach wie vor immer länger werden.

Peter Paul 

13.09.2010

Bookmark and Share
 

zur Übersicht

Douglas neckermann.de Sonderaktionen 1_300x250

Weitere Beiträge in: Leserbriefe

Zum Schreiben Herrn Kunzmanns - Leiter des Fachbereiches Kultur der Stadt Bad Vilbel

Sehr geehrter Herr Dr. Stöhr, als einer von „annähernd 38.000 Besucherinnen und Besuchern" der St ...

Kommende Termine!

Tag der offenen Tür bei BSC Gronau e.V. am 26.05.2012

Bad Vilbel: Haben auch Sie Lust und Interesse diese Ganzjahres-Sportart, bei ...

20. Massenheimer Oldtimertreffen am ab 10 Uhr am 01.07.2012

Lieber Oldtimerfan, liebe(r) IG / Club/ Verein,   Wir veranstal ...

Hans Albers - Der Ritt auf dem Tiger am 01.07.2012

Sein Leben, seine Lieder: eine Revue Eine Hommage mit Hans Schwab und Ronka N ...

Sommerkonzert 2012 des LandesJugendSinfonieOrchesters Hessen am 12.08.2012

Das Sommerkonzert 2012 des Landes-Jugend-Sinfonie-Orchesters Hessen Gem ...

Lebenslust & KunstGenuss Oktober 2012 in der Anhäuser Mühle am 20.10.2012

Lebenslust & KunstGenuss Oktober 2012 in der "Anhäuser Mühle" DER NA ...

Foto-Strecken