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Tag und Nacht tierisch gut drauf

Auch Naturliebhaber kommen in Frankfurt auf ihre Kosten
Frankfurt:
Knut ist kuschelig und knubbelig. Knut hat ein dickes Fell, ganz weiß, wenn er sich nicht gerade in der Erde gewälzt hat. Knut, das ist das Eisbär-Baby im Berliner Zoo. Nuru hat zwar kein weißes Fell, dafür aber ziemlich lange Beine und tiefdunkle Knopfaugen. Nuru ist der Sonnenschein im Frankfurter Zoo. Nach 456 Tagen Tragezeit kam der Nachwuchs der Netzgiraffen Hatari und Edita am 12. Februar mit den Vorderbeinen und dem Kopf voran aus zwei Metern Höhe in dem Tiergehege im Osten der Stadt zur Welt.

ZOO Frankfurt
Seitdem ist "Nuru", was aus Swahili übersetzt Sonnenschein bedeutet, einer der Lieblinge der Zoo-Besucher. Und sie kommen aus nah und fern, denn die Stadt am Main hat neben ihrer in Deutschland einzigartigen Skyline-Kulisse auch für Naturliebhaber vieles zu bieten. Die Tourismus+Congress GmbH Frankfurt lädt sie zu einem Besuch ins "grüne Paradies mitten in der Stadt", zu einer erdzeitlichen Erkundung ins Senckenberg-Museum und zur individuellen Entdeckung der einheimischen Flora und Fauna in den GrünGürtel Frankfurt ein.

An dem nach kurzer Krankheit wieder springlebendigen hochgewachsenen Vierbeiner "Nuru" hätte gewiss auch jener Mann große Freude gehabt, dem die Stadt den Wiederaufbau des im Zweiten Weltkrieg fast völlig zerstörten Tiergeheges verdankt: dem Veterinär, Tierpsychologen, Autor und Filmemacher Bernhard Grzimek.

Bernhard Grzimek muss "tierisch gut drauf" gewesen sein, als er ohne Genehmigung der Militärregierung am 1. Juli 1945 den Zoo wiedereröffnete. Mit einem Umzug samt Ponykutsche, zwei Kamelen und einigen Ziegen hatte der engagierte Tierschützer zuvor für den Erhalt des Zoos geworben. Überall in der Stadt hatte er plakatieren lassen "Der Zoo ist wieder eröffnet. " Grzimek hatte Erfolg mit seiner Aktion: Der US-Stadtkommandant und die Stadtverwaltung genehmigten im Nachhinein die Wiedereröffnung - nur Geld durfte nicht aus der leeren Stadtkasse für den Zoo fließen. Doch die Frankfurter kramten in ihren Taschen nach Kleingeld, Handwerker halfen, das Tiergehege wieder instand zu setzen. Der zweitälteste Tierpark Deutschlands - 1858 durch eine Bürgerinitiative ins Leben gerufen und bis 1915 von der Zoologischen Gesellschaft Frankfurt von 1858 e.V, betrieben, - erhielt neues Leben und zahlreiche neue Anlagen.

Bis 1974 war Bernhard Grzimek Direktor des Frankfurter Zoos. Spätestens seit 1956 aber war der Tier- und vor allem Afrikaliebhaber weit über die Grenzen der Stadt bekannt - als der Mann, der in der Fernsehserie "Ein Platz für Tiere" im Hessischen Rundfunk, stets ein (mitunter ausgesprochen unruhiges) Tier am Moderatorentisch, für Tiere kämpfte, die in Not waren. Drei Jahre später drehte er mit seinem Sohn Michael den Dokumentarfilm "Serengeti darf nicht sterben". Der Film wurde mit dem Oscar prämiert, das gleichnamige Buch in 23 Sprachen übersetzt. Am 13. März diesen Jahres jährte sich der Todestag von Bernhard Grzimek zum 20. Mal. Begraben ist er am Rande des Ngorongoro-Kraters in Tansania, wo auch sein Sohn Michael beerdigt ist. Michael Grzimek war während der Dreharbeiten zu "Serengeti darf nicht sterben" mit seinem Flugzeug abgestürzt.

Erst kürzlich wurde im zuständigen Ortsbeirat für das Ostend entschieden, dass ein Teil der Straße Am Tiergarten in Bernhard-Grzimek-Allee umbenannt werden soll. Im Frankfurter Zoo trägt das Haus für nachtaktive Tiere schon seit 29 Jahren seinen Namen. Vor fast drei Jahrzehnten in Betrieb genommen, zählt es noch heute zu den größten Nachttierhäusern in Europa. In dem 1978 eröffneten Gebäude können die Besucher das Leben von mehr als 250 nachtaktiven Tieren beobachten, die vielen Hundert Fledermäuse, darunter die südamerikanischen Brillenblattnasen, nicht mitgezählt.

Einige Minuten dauert es schon, bis man sich an die Dunkelheit gewöhnt hat, dann aber ist es ein besonderes, weil seltenes Vergnügen, australischen Kowaris, südamerikanischen Nachtaffen oder Braunhaar-Gürteltieren zuzuschauen. Das Grzimek-Haus ist neben dem Exotarium, das in jedem Aquarium eine eigene Welt zeigt, und den Affenanlagen eines der Tierhäuser, die zusammen mit den Außenanlagen wie der Afrikasavanne mit den Rappenantilopen, Hyänenhunden und Straußen, den Zoo zum "grünen Paradies mitten in der Stadt" machen. Ein Paradies, in dem man in wenigen Stunden die Fauna von den Tropen bis zum Südpol kennenlernen kann.

Kurz nach dem Haupteingang und nach der Flamingolagune ist die Bärenburg mit ihren Malaien- und Lippenbären das erste Tiergehege, das den Blick der Besucher auf sich zieht. 2001 wurde der Katzendschungel eröffnet. In dem nur durch einen Wassergraben von den Besuchern getrennten Gelände leben Sumatratiger, Löwen und Nebelparder. Die Anlage ist dem natürlichen Lebensraum der Tiere nachempfunden. Denn längst ist es nicht nur erklärtes Ziel des Frankfurter Zoos, heimische und exotische Tierarten zu zeigen. Vielmehr soll dem Besucher ein Naturerlebnis vermittelt werden, in dem er sich selbst als Teil eines Biotops versteht, "in dem natürliche Artengemeinschaften ihr natürliches Verhalten zeigen."

Bis zum großen Zoo-Jubiläum, dem 150-jährigen-Bestehen im nächsten Jahr, soll das Bonoboland, die neue Menschenaffenanlage, fertiggestellt sein. Dann werden die Tiere aus der 1933 errichteten und veralteten Anlage auf ein artgemäßes und naturalistisches Gelände umziehen. Auch die aus Sumatra stammenden Orang-Utans sollen eine zwölf Meter hohe Anlage mit zwei Besucher-Ebenen erhalten.

Wie "tierisch gut drauf" Pinguine, Schildkröten, Löwen und Tiger im Frankfurter Zoo sind, kann man übrigens nicht nur während der allgemeinen Besuchszeiten beobachten. Zur Goldenen Hochzeit oder zum 50. Geburtstag mit Sichtkontakt zu Großkatzen am festlich gedeckten Tisch dinieren? Geschäftsfreunde nach einem anstrengenden Meeting zur Entspannung den langsamen Bewegungen der Schildkröte zuschauen lassen? Vereinsfreunden aus dem fast 150-jährigen Zoo von der Terrasse des kleinen Saals im Zoogesellschaftshaus auf die Skyline der Stadt einen Blick gönnen?

All das ist möglich. Der Katzendschungel, das Exotarium, der Serengeti-Saal und der kleine Saal im Zoogesellchaftshaus stehen für private oder geschäftliche Feiern und Veranstaltungen zur Verfügung - die Tierhäuser allerdings nur abends. Die Räume bieten Platz für 20 bis 200 Personen, die Mietpreise liegen zwischen 210 Euro (Serengeti-Saal) und 1500 Euro (Katzendschungel). Eine Besichtigung der Räumlichkeiten ist nur nach telefonischer Vereinbarung unter der Rufnummer 069/212-34570 möglich.

Naturkundemuseum SENCKENBERG
Nuru ist erst wenige Wochen alt. Das Propalaeotherium hassiacum lebte indes schon vor etwa 50 Millionen Jahren. Zu sehen ist es aber - immer noch und nur - in Frankfurt. Das nur 60 Zentimeter hohe Urpferdchen, entdeckt bei Ausgrabungen in der Grube Messel, ist eine der Attraktionen des Senckenberg-Museums. Auf drei Etagen geben die Exponate in Deutschlands größter naturkundlicher Sammlung einen Einblick in die Entwicklung von Pflanzen, Tieren und Menschen. Bekannt und vor allem bei Kindern beliebt ist das Senckenberg-Museum, weil es dort echte Dinos zu sehen gibt, den Diplodocus beispielsweise.

Der Original-Schädel eines Triceratops, also eines Dreihorn-Dinosauriers, ist das Wappentier des Museums im Frankfurter Westen. Aber auch Europas einzige Nachbildung eines amerikanischen Mammuts, das spätestens mit dem Film "Ice Age" eine Menge Bewunderer gefunden hat, ist in der Sammlung zu sehen. Zwar nicht so groß, aber ebenso einmalig sind das Skelett einer Pflasterzahnechse oder das Exemplar eines Quaggas. Das zebraähnliche Wildpferd ist nämlich bereits seit 1878 in der freien Wildbahn ausgestorben.

Vor 300 Jahren geboren wurde der Mann, dessen Namen das Museum trägt: Johann Christian Senckenberg. Der Arzt aus Leidenschaft, der das Gesundheitswesen der Stadt reformierte, mit dem Bürgerhospital das erste Krankenhaus Frankfurts für Arme gründete und den Grundstein für das "theatrum anatomicum", die erste medizinische Fakultät der Universität legte, vermachte all sein Geld in einer Stiftung der Stadt. Zu seinem 300. Geburtstag am 23. Februar 2007 ist der Mäzen schon vielfach gewürdigt worden. Doch auch für den Rest des Jahres sind zahlreiche Veranstaltungen zu Ehren des großen Bürgers der Stadt geplant. Zu finden sind diese auf der Homepage www.senckenberg-jahr.de. Noch bis 20. Mai kann die Fotoausstellung "Unter Wasser" im Naturkundemuseum besucht werden. Sie zeigt beeindruckende Bilder von der Schönheit der Unterwasserwelt, aufgenommen von dem amerikanischen Fotografen Bill Curtsinger.

Frankfurter GRÜNGÜRTEL
Die Schönheit der einheimischen Flora und Fauna lässt sich im Frankfurter GrünGürtel studieren. Mit seiner Größe von rund 80 Quadratkilometern ist der GrünGürtel Frankfurts wichtigstes Naherholungsgebiet. Als gutes Beispiel für eine nachhaltige Stadtentwicklung wurde der GrünGürtel 1996 von den Vereinten Nationen ausgezeichnet. Ein stilisiertes weißes Rad auf grünem Grund mit blauem Pfeil weist Radlern auf 75 Kilometern durch Wälder und Auen, durch Wiesen und Parks den Weg durch das zum Regionalpark Rhein-Main gehörende Gebiet.

Vom Stadtteil Höchst über die Bonameser Niddaauen, den Berger Hang hinauf über den Lohrberg bis zum Frankfurter Mainbogen in Fechenheim kann nordmainisch geradelt werden. An den Oberräder Kräuterfeldern, den Schwanheimer Wiesen und durch den Stadtwald geht es südmainisch längs. Spaziergänger und Wanderer können sich auf den 62 Kilometer Rundwanderweg begeben. Oder sich auf der Freizeitkarte GrünGürtel Frankfurt einen Teilabschnitt für einen Spaziergang aussuchen, beispielsweise durch das Enkheimer Ried.

Im GrünGürtel beheimatet ist auch eine weltweit einzigartige Spezies. Zu erkennen ist das Geschöpf an seiner knuffligen Schnauze, seinen munteren Augen, dem langen Schwanz und den kleinen Flügeln, durch die es so aussieht, als wäre es eine Kreuzung zwischen Wutz, Molch und Star. Das Dasipus frankonia hat allerdings nicht die Evolution hervorgebracht. Das Grüngürteltier entstammt vielmehr der Phantasie des Frankfurter Zeichners und Dichters Robert Gernhardt. Seit 1. Mai 2005 hat eines der Grüngürteltier-Exemplare auch einen feste Wohnstatt, wo es bedenkenlos gestreichelt werden kann: an der Niddabrücke am Alten Flughafen in Bonames.

Seit 2003 baut die Stadt Frankfurt kontinuierlich ihr Bildungsangebot für Kinder und Jugendliche im GrünGürtel aus. Auch in diesem Jahr hat sie für Schüler und Kindergartenkinder ein spezielles Veranstaltungsprogramm zum Thema "Entdecken, Forschen und Lernen im Frankfurter GrünGürtel" aufgelegt. Auskünfte dazu gibt es im Umweltamt. Wer Näheres zum GrünGürtel wissen möchte, kann die Homepage www.gruenguertel.de anklicken.

Zoo Frankfurt
Alfred-Brehm-Platz 16
60316 Frankfurt am Main


Link
Zoo Frankfurt


Öffnungszeiten (Sommerzeit):
täglich von 9 bis 19 Uhr, Grzimek-Haus ab 9.30 Uhr, Exotarium ab 10 Uhr

Eintrittspreise (Tageskarten):
Erwachsene: 8 Euro, Kinder und Jugendliche zwischen 6 und 17 Jahren: 4 Euro, Kinder unter 6 Jahren haben freien Eintritt. Für Familien und Gruppen gibt es reduzierte Preise. Jeden letzten Samstag im Monat müssen Kinder und Jugendliche (6 bis 17 Jahre) nur 3 und Erwachsene nur 6 Euro zahlen. Die gleichen Tarife gelten auch täglich beim „Feierabend spezial“ für einen Besuch, der erst zwei Stunden vor Zooschließung beginnt.

Informationen zur Kartenbestellung oder zu Geschenkgutscheinen für einen Zoobesuch gibt es unter +49(0)69/212-34434.

Feiern im Zoo
Ansprechpartner für private oder geschäftliche Feiern im Zoo ist Matthias Krueger. Vermietet werden Räume im Katzendschungel und im Exotarium sowie der Serengeti-Saal und der kleine Saal im Zoogesellschaftshaus. Die Räume sind für Gruppen von 20 bis 200 Personen geeignet. Die Mietpreise liegen zwischen 210 Euro für den Serengeti-Saal (maximal 80 Personen) und 1500 Euro für den Katzendschungel (maximal 70 Personen). Fremdcatering ist möglich. Für eine Besichtigung der Räume ist eine telefonische Terminvereinbarung unter +49(0)69/212-34570 nötig. E-Mail: matthias.krueger@stadt-frankfurt.de,

Für Schulklassen aller Altersstufen bietet die pädagogische Abteilung Unterrichtsführungen an. Nähere Auskunft unter +49(0)69/212-36952. Unter dieser Rufnummer können auch private Führungen mit geschulten Fachkräften vereinbart werden.

Naturmuseum Senckenberg
Senckenberganlage 25
60325 Frankfurt am Main
Telefon: +49(0)69/7542-0
Fax: +49(0)69/746238


Link
Naturmuseum Senckenberg


Öffnungszeiten:
täglich von 9 bis 17 Uhr, mittwochs von 9 bis 20 Uhr, samstags und sonntags sowie an Feiertagen 9 bis 18 Uhr, Dienstag nach Pfingsten: 9 bis 13 Uhr

Eintrittspreise:
Erwachsene: 6 Euro, Kinder und Jugendliche zwischen 6 und 15 Jahren: 3 Euro, Kinder bis 5 Jahre haben freien Eintritt. Für Gruppen, Vereine und Schulklassen gibt es Ermäßigungen.

Aktuelle Sonderausstellung:
„Unter Wasser“ Bilder des amerikanischen Fotografen Bill Curtsinger (noch bis 20. Mai). Seit 11. April sind im Senckenberg Hörführungen mit „audioguide“ möglich. Die Geräte können für drei Euro an der Kasse ausgeliehen werden.

Senckenberg-Jahr unter www.senckenberg-jahr.de.

Ermäßigter Eintritt in Zoo + Naturmuseum Senckenberg mit der Frankfurt Card:
Inhaber der Frankfurt Card, die als 1- oder 2-Tagestickets für 8,00 bzw. 12,00 Euro über die Tourismus+Congress GmbH bezogen werden können, erhalten 50% Ermäßigung auf den regulären Eintrittspreis.

Die Frankfurt Card beinhaltet die folgenden Leistungen:

- Ticket für den öffentlichen Nahverkehr im Stadtgebiet Frankfurt inklusive Flughafen
- 25% Ermäßigung auf Stadtrundfahrten in Frankfurt am Main
- 50% Ermäßigung in 22 Frankfurter Museen, Zoo und dem Palmengarten
- 20% Ermäßigung auf die planmäßigen Schiffstouren der Köln-Düsseldorfer -Deutsche Rheinschiffahrt AG auf Rhein und Mosel
- Freigetränke und Rabatte in Gastronomie und Einzelhandel

Erhältlich ist sie bei - allen Ticketcorner Vertriebswegen: Verkaufsstellen, Reisebüros, Bahnhöfe, Internet und Call Center - Tourist Information Hauptbahnhof, Empfangshalle - Tourist Information Römer - Flughafen Frankfurt Main Fraport AG Hotelreservierung Terminal 1, Ankunft Halle B

02.05.2007

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